Sawsan Chebli „Wenn man anders aussieht, muss man sich rechtfertigen“

Berlin · Aus Sicht der Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli wird noch oft an Äußerlichkeiten festgemacht, ob jemand aus Deutschland kommt. „Deutschsein wird immer noch stark mit einem bestimmten Aussehen verbunden“, sagt sie.

 Sawsan Chebli.

Sawsan Chebli.

Foto: dpa/Jens Kalaene

„Und wenn man anders aussieht, muss man sich rechtfertigen, erklären und darum kämpfen, dazuzugehören.“ Bei Twitter meldeten sich zuletzt mehrere Menschen unter dem Schlagwort #vonhier zu Wort, die aus Deutschland sind, wegen ihres Namens oder Aussehens aber oft gefragt werden, wo sie „denn eigentlich“ herkämen.

Das kennt auch Chebli, die als Kind palästinensischer Eltern in Berlin aufgewachsen ist. „Wo auch immer ich auftrete: Sehr schnell kommt die Frage, woher ich komme.“

Sie würde niemals sofort mit Rassismus argumentieren, sagte Chebli. Sie gehe stets vom Positiven aus, weil sie an das Gute im Menschen glaube. „In den meisten Fällen ist es einfach nur Interesse. Wer aber dreimal nachbohrt, der will mich bewusst in eine Schublade packen.“

Für sie stehe hinter der Frage ein Denken, „das in unseren Köpfen tief verankert ist, aus dem wir endlich ausbrechen müssen“.

(lukra/dpa)
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