„Gegen Homophobie in Katar“ Initiative pocht auf Rechte für Homosexuelle im WM-Land Katar

Berlin · Die Initiative „Gegen Homophobie in Katar“ fordert während und nach der Fußball-Weltmeisterschaft die Einhaltung der Menschenrechte für Schwule und Lesben in dem Wüstenstaat. Der Vorsitzende Bernd Reisig reist nun gemeinsam mit Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) und DFB-Präsident Bernd Neuendorf nach Katar.

Fans von Deutschland halten Plakate mit der Aufschrift "LGBTQ+ RIGHTS" , "SHOULD BE HUMAN RIGHTS!" , "FROM WEMBLEY" , "TO QATAR"  vor dem Spiel hoch.

Fans von Deutschland halten Plakate mit der Aufschrift "LGBTQ+ RIGHTS" , "SHOULD BE HUMAN RIGHTS!" , "FROM WEMBLEY" , "TO QATAR" vor dem Spiel hoch.

Foto: dpa/Nick Potts

Die Initiative „Gegen Homophobie in Katar“ fordert während und nach der Fußball-Weltmeisterschaft die Einhaltung der Menschenrechte für Schwule und Lesben in dem Wüstenstaat. „Wir wollen, dass homosexuelle Menschen sich bei der WM frei bewegen können und keine Angst haben müssen“, sagte der Vorsitzende der Organisation, Bernd Reisig, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Er reist am Montag gemeinsam mit Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) und DFB-Präsident Bernd Neuendorf in das arabische Land, in dem der Islam Staatsreligion ist. Angesichts des Streits zwischen der Bundesregierung und dem WM-Gastgeber Katar hat die Berliner Menschenrechtsbeauftragte Luise Amtsberg am Sonntag die Teilnahme an der Reise abgesagt. Sie habe sich entschlossen, ihre dortigen Gespräche „zu einem späteren Zeitpunkt durchzuführen“, teilte sie in einer knappen Erklärung mit.

Reisig von der Inititiative „Liebe kennt keine Pause – gegen Homophobie in Katar“ sagte weiter: „Wenn man sich wie Katar eine Weltmeisterschaft ins Land holt, dann holt man sich auch Weltoffenheit und Toleranz ins Land.“ Tatsächlich werden jedoch Homosexualität in Katar weiterhin mit Gefängnis bestraft, nach islamischem Recht sogar mit der Todesstrafe: „Das kann man nicht hinnehmen.“ Zwar sehe er „positive Bewegungen“, aber es gebe noch eine Menge Luft nach oben.

Katar steht wegen zahlreicher Berichte über Menschenrechtsverstöße anhaltend in der Kritik. Ende November beginnt dort die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft, an der auch das Team von Bundestrainer Hansi Flick teilnimmt.

Der Streit zwischen Berlin und dem arabischen Wüstenstaat hatte sich nach kritischen Worten Faesers zum Thema Menschenrechte zugespitzt. Es folgte ein offizieller Protest des Außenministeriums in Doha. Das Land ist ein wichtiger Produzent von Erdöl und Flüssiggas.

(aku/kna)
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