SPD verlor im Jahr 2018 knapp 30.000 Mitglieder

Krise der Volkspartei : SPD verlor in 2018 knapp 30.000 Mitglieder

Die SPD kann an die Erfolge von 2017 nicht anknüpfen. Das Jahr 2018 beendete sie mit einem leichten Rückgang der Mitgliederzahlen.

Die Sozialdemokraten haben nach dem guten Jahr 2017 wieder mit rückläufigen Mitgliederzahlen zu kämpfen. Das teilte der SPD-Parteivorstand auf Anfrage unserer Redaktion mit. Demnach zählte die SPD zum Jahresende 2018 noch 437.754 Mitglieder. Das ist ein Minus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mehr als 26.000 Menschen traten im vergangenen Jahr in die Partei ein, knapp 30.000 Mitglieder gaben jedoch ihr Parteibuch ab. Das Minus liegt unterm Strich bei gut 5000 Mitgliedern.

Damit reiht sich das vergangene Jahr in eine längere Entwicklung ein. Auch 2016 musste die Parteiführung einen Rückgang verbuchen, damals sogar um 2,3 Prozent.  Ein positiver Ausreißer in der Statistik war das Jahr 2017, als Kanzlerkandidat Martin Schulz anfänglich für Euphorie sorgte und viele Menschen für die Sozialdemokratie begeisterte. Im Saldo zählte die SPD damals knapp 10.500 Mitglieder mehr als zuvor, ein Plus von 2,4 Prozent im Vergleich zu 2016.

Im Zuge des Mitgliedervotums über den Eintritt in eine erneute große Koalition hatte es Zehntausende Neueintritte gegeben, wochenlang gab es engagierte Debatten über das Für und Wider einer Fortsetzung einer Regierungsbeteiligung, nachdem die älteste deutsche Partei zunächst in die Opposition gehen wollte. Zum Stichtag am 6. Februar 2018, um an dem Koalitionsvotum teilnehmen zu können, hatte die SPD daher sogar 463.723 Mitglieder. Nach dem Votum und einer Zustimmung von 66 Prozent für die nächste Koalition unter Führung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kam es zu Tausenden Austritten.

Mit 437.754 Mitgliedern könnte die SPD 2018 die mitgliederstärkste Partei geblieben sein - ein CDU-Parteibuch hatten zuletzt knapp 420.000 Menschen. In Umfragen sind die Sozialdemokraten aber auf 15 Prozent abgesackt, bei der Bundestagswahl 2017 lagen sie noch bei 20,5 Prozent.

(jd/dpa)
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