Nachfolge von Andrea Nahles : SPD startet Rennen um Parteivorsitz

17 Kandidaten bewerben sich, fast alle in Zweierteams. Böhmermann ist nicht dabei.

Die Frist ist abgelaufen, jetzt ist es offiziell: Acht Bewerberduos und ein Einzelkandidat haben die Voraussetzungen erfüllt und wollen an die Spitze der SPD rücken. Sie starten an diesem Mittwoch in Saarbrücken bei der ersten von 23 Regionalkonferenzen in den aufwändigen Auswahlprozess.

Mit dabei sind Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Klara Geywitz, die bisher Brandenburger Landtagsabgeordnete war, jetzt aber ihr Direktmandat verlor. Auch Ex-NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans und die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken treten an, ebenso Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius im Team mit Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping. Diesen Duos werden aufgrund ihrer Prominenz besonders viele Chancen eingeräumt. Möglich ist aber, dass die Mitglieder, die am Ende in einem Votum ihre Favoriten wählen, weniger auf die Bekanntheit einzelner Personen schauen. Auch über Inhalte können die Teams punkten, bei jeder Konferenz gibt es Zeit für ausführliche Fragerunden. Die weiteren Bewerber sind die Vorsitzende der SPD-Grundwertekommission, Gesine Schwan, und Parteivize Ralf Stegner; Europa-Staatsminister Michael Roth und Ex-NRW-Familienministerin Christina Kampmann sowie die Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer. Neben der Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange, die mit dem OB von Bautzen, Alexander Ahrens, antritt, gehen zudem die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis und der Verdi-Chefökonom Dierk Hirschel an den Start. Auch der Bundestagsabgeordnete Karl-Heinz Brunner aus Bayern hat sich erfolgreich qualifiziert.

Bis Mitte Oktober können die Kandidaten sich den SPD-Mitgliedern und der Öffentlichkeit präsentieren. In der SPD-Parteizentrale wird damit gerechnet, dass alle Bewerber bei sämtlichen Konferenzen anwesend sein werden. Kann ein Duo bei der Wahl mehr als 50 Prozent der Stimmen für sich gewinnen, wird es vom Vorstand bei einem Parteitag im Dezember zur Wahl vorgeschlagen. Gibt es ein knappes Ergebnis, wird zuvor eine Stichwahl abgehalten.

Unterdessen hat es SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil begrüßt, dass Satiriker Jan Böhmermann nach eigenem Bekunden weiterhin SPD-Mitglied werden möchte. „Ich freue mich, dass Jan Böhmermann weiterhin Mitglied der SPD werden will“, sagte Klingbeil unserer Redaktion. „Und ich lade ihn dann auch herzlich ein, sich konkret einzubringen, zum Beispiel beim gemeinsamen Wahlkampf in Thüringen.“ Böhmermann hatte zuvor angekündigt, für den Vorsitz kandidieren zu wollen. Er konnte jedoch die nötigen Voraussetzungen nicht erfüllen.

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