SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil fordert schnelle Fortschritte bei Digitalisierung

Künstliche Intelligenz und Co. : Klingbeil fordert schnelle Fortschritte bei Digitalisierung

In Nürnberg treffen sich die Kanzlerin und mehrere Minister zum Digitalgipfel. In der Koalition gibt es Streit um Ausbauziele.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat die Bundesregierung dazu aufgefordert, die Digitalisierung in Deutschland schneller voranzutreiben. Die jüngst verabschiedete Strategie für Künstliche Intelligenz (KI) und der geplante Digitalpakt seien wichtige Schritte. „Ausruhen geht allerdings nicht, da wir in Deutschland immer noch dabei sind, einen enormen Rückstand aufzuholen“, sagte Klingbeil.

In Nürnberg startete am Montag ein zweitägiger Digitalgipfel der Bundesregierung, bei dem der Umgang mit KI im Vordergrund steht. An diesem Dienstag werden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), mehrere Bundesminister sowie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erwartet. Mitte November hatte die Bundesregierung ihre Strategie zur Förderung der Künstlichen Intelligenz beschlossen. Mit dieser Technik wird beispielsweise autonomes Fahren erst möglich, Unternehmen hoffen auf enormen Fortschritt in Produktionsprozessen. Bis 2025 wird der Bund drei Milliarden Euro in die Förderung investieren. Im Wettbewerb etwa mit China muss Deutschland jedoch auf Nischen setzen. Die chinesische Regierung etwa nimmt einen dreistelligen Milliardenbetrag für KI in die Hand.

Aus Sicht von Klingbeil wirken da manche Äußerungen aus der Union wie ein Bremsklotz. „Dass selbst zuständige Ministerinnen wie Frau Karliczek der Meinung sind, man könne ganze Landstriche von der digitalen Entwicklung abhängen, zeigt: Der notwendige Mentalitätswandel ist noch nicht überall angekommen“, sagte er. Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte gesagt, der Ausbau schnellen Internets mit dem neuesten Standard 5G müsse nicht „bis zu jeder Milchkanne“ erfolgen. Dafür hatte sie breite Kritik einstecken müssen.

Merkel betonte unterdessen, dass Deutschland stärker auf KI setzen müsse. „Wenn wir (...) Wachstum haben wollen, damit auch neue Arbeitsplätze und auch Wohlstand für uns alle, dann müssen wir vorne mit dabei sein im Bereich der Künstlichen Intelligenz“, sagte Merkel in ihrem Video-Podcast. „Wir leben im Zeitalter der Digitalisierung und das bedeutet, alles was digitalisierbar ist, wird auch digitalisiert werden“, fügte die Kanzlerin hinzu und verglich die Gestaltung der Digitalisierung mit der Einführung der Sozialen Marktwirtschaft.

Die Unternehmen haben angesichts der  komplexen Entwicklungen mehr Anstrengungen im Kampf um die besten Köpfe auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz gefordert. „Wir benötigen mehr Experten auf diesem Gebiet, und deshalb müssen wir weltweit auf die Suche gehen“, sagte BDI-Präsident Dieter Kempf der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

(jd)
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