1. Politik
  2. Deutschland
  3. News aus Berlin

Berliner Bühne: Mein Schuss auf das berühmteste Tor der Welt

Berliner Bühne : Mein Schuss auf das berühmteste Tor der Welt

Berlin (RP). Fünf Tage lang tingelte ich vergangene Woche mit unserem Bundeswirtschaftsminister durch Brasilien. Fünf Tage lang fuhren wir in einer Kolonne mit Kleinbussen hinter dem Ministerauto her, das sich nur mithilfe einer Polizei-Eskorte seinen Weg vorbei an den Staus in Sao Paulo und Rio de Janeiro bahnen konnte.

Am Ende der Reise war es endlich so weit: Wir besuchten das Maracaná-Stadion im Zentrum von Rio, das wohl größte und berühmteste Fußball-Stadion der Welt. Hier haben all die brasilianischen Fußball-Götter schon gespielt, von Pelé bis Ronaldo. Deren Füße sind im Eingangsbereich des Stadions verewigt: Die größten Fußballer der Welt haben hier ihre Fußabdrücke im Beton hinterlassen.

Ronaldo, etwas beleibter als in früheren Tagen, hatte hier gerade erst einen Tag zuvor ein Spitzenspiel bestritten. Und was taten wir? Wir schnappten uns einen mitgebrachten WM-Ball und rasten wie kleine Kinder auf den vom Dauerregen durchtränkten Rasen, auf dem zuvor Ronaldo gedribbelt war.

Abwechselnd schossen wir vom Elfmeterpunkt aufs Tor, ich hielt einige Bälle. Und dann kam ich selbst an die Reihe: Ich platzierte den Schuss unten rechts unhaltbar für den Kollegen im Tor. Ein paar Reinigungskräfte, die uns zuschauten, jubelten von der Tribüne aus - und es klang, als seien es tausend Kehlen.

Dieses Hochgefühl, selbst ein Tor im berühmtesten Stadion der Welt geschossen zu haben, werde ich wohl nie vergessen. Das kann mir auch die Griechenland-Krise nicht mehr nehmen, die unsere Reise ins boomende Brasilien überschattet hat.

Und auch nicht der traurige Abstieg von Hertha BSC aus der Bundesliga.