Bundestagsbienen liefern weniger Honig

Folgen der Hitze : Bundestagsbienen liefern weniger

Die Bienenvölker am Bundestag fliegen wieder. Doch der Ertrag 2018 war schlecht.

(jd) Parlamentarische Privilegien? Die Bundestagsbienen können davon nur träumen. Es herrscht wieder eiserner Fraktionszwang in den sechs Bienenvölkern, die die Grünen vor drei Jahren am Bundestag ansiedelten. Jetzt beginnt die Honig-Saison 2019, die rund 120.000 Tiere haben ihre Arbeit aufgenommen. Ob es dieses Jahr besser wird? Unklar.

2018 jedenfalls konnten selbst die Bienen mit bundespolitischer Betreuung nichts gegen die Folgen der Hitze ausrichten. „Der Frühling war gut vom Ertrag, leider war die Sommerernte selten so schlecht in Berlin“, sagt Oliver Krischer. Der Grünen-Fraktionsvize ist so etwas wie der Bienenvater des Bundestages. Er und seine Mitarbeiter kümmern sich um die fleißigen Insekten, die auch politische Botschafter gegen das Bienensterben sind. Im Winter waren die Tiere damit beschäftigt, beim intensiven Kuscheln ihren Königinnen einzuheizen.  In einer Traube saßen sie zusammen und zitterten mit der Brustmuskulatur. Die Königin erlebte so Temperaturen von bis zu 35 Grad.

Annalena heißt eine von ihnen, benannt nach Grünen-Chefin Baerbock. Vor ihrem Bienenstock sei dieser Tage besonders viel los, hieß es. Jetzt, da es draußen wärmer wird, fliegen die Bienen Frühblüher an. Bleibt es frostfrei, kann sich das Volk rasch von 20.000 auf rund 50.000 Tiere vergrößern. Dann ist möglicherweise auch mehr Honigproduktion möglich als im vergangenen Jahr. 100 Kilogramm kamen im Sommer zusammen. Ausländische Staatsgäste jedenfalls dürften sich freuen. So übergab Kanzlerin Angela Merkel (CDU) der litauischen Präsidentin ein Glas „Bundestagsblüte“ – über die Parteigrenzen hinweg.

(jd)
Mehr von RP ONLINE