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Angela Merkel will in Meseburg über Generationengerechtigkeit reden

Schloss Meseberg : Kanzlerin will über Gerechtigkeit für Generationen reden

Mit einer knappen halben Stunde Verspätung hat die Regierungsklausur im verschneiten Schloss Meseberg 70 Kilometer entfernt vom Rummel des Berliner Regierungsviertels begonnen. Ursache der Verspätung war Vizekanzler Sigmar Gabriel, der nur kurz "Verkehr" zur Begründung murmelte.

Der Stimmung tat dies keinen Abbruch. Sichtlich gut gelaunt betraten Kanzlerin Merkel, immer noch auf Krücken wegen ihres Skiunfalls kurz vor Sylvester, und ihr Vize Energieminister Gabriel den kleinen Empfangssal des Schlosses zum Auftaktstatement.

Vier große Themen nannte die Kanzlerin für die zehn bis elf Beratungsstunden, die sich das Kabinett vorgenommen hat. Überraschend war dabei nur, dass sie gleich zweimal den Begriff der "Generationengerechtigkeit" in den Mund nahm.

Die Kritik an der großen Koalition wegen ihrer milliardenschweren Ausgabenpläne in der Rente halten an. Nun soll in Meseberg sowohl unter der Überschrift der sozialen Frage wie auch unter dem Themenschwerpunkt Finanzen darüber beraten werden, wie es bewerkstelligt werden soll, dass die jüngere Generation nicht im Übermaß belastet wird.

An erster Stelle nannte Merkel allerdings die Energiewende und machte deutlich, dass sie die Pläne Gabriels "absolut unterstützt". Zudem wollen die Minister über die Frage sprechen, welche Rolle Deutschland künftig in Europa und der Welt spielen soll. Außenminister Frank-Walter Steinmeier wird erst am Abend oder am Donnerstagmorgen eintreffen. Er ist aktuell noch in Montreux bei der Syrienkonferenz.

Von der Klausur erhofft sich die Regierung, dass die "gute Stimmung" noch besser werde, wie es Landwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich (CSU) formulierte, als er ankam. Die Minister entstiegen alle mit kleinen Rollkoffern ihren Limousinen. Das komplette Kabinett soll über Nacht im Schloss bleiben. Derweil stand Kanzleramtsminister Peter Altmaier nur im Anzug bei knackigen Minustemperaturen und böigem Wind vor der Schlosstür draußen auf der Treppe und begrüßte seine Kabinettskollegen. "Wir haben hier alles vorbereitet", erklärte er beispielsweise Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen durchaus stolz.

Und überhaupt, von misslungenem Start der GroKo wollte Vizekanzler Gabriel nun gar nicht sprechen. "Ich fand den Anfang gut", sagte er und räumte ein, dass es normal sei, wenn es beim Start ein "bisschen ruckelt". Nun gehe es darum, den Koalitionsvertrag in die Realität umzusetzen. Breit lächelnd stand er neben der Kanzlerin und lobte, es sei eine "gute Idee" gewesen, das Kabinett gleich zum Start der Regierung nach Meseberg einzuladen.

(qua)