Angela Merkel: Jeder dritte Deutsche fühlt sich von ihr getäuscht

"Stern"-Umfrage : Jeder dritte Deutsche fühlt sich von Merkel getäuscht

Kanzlerin Angela Merkel hat im Wahlkampf 2013 die Wähler getäuscht, als sie behauptete, eine Anti-Spionage-Vereinbarung mit den USA stünde kurz vor dem Abschluss - das meint zumindest jeder dritte Deutsche.

37 Prozent aller Bundesbürger vertreten nach einer Forsa-Umfrage für das Hamburger Magazin "Stern" diese Auffassung - darunter mehr Männer (44 Prozent) als Frauen (30 Prozent). Eine Mehrheit von 59 Prozent der Deutschen glaubt dies jedoch nicht.

Dass CDU-Chefin Merkel damals bewusst getrickst habe, um ihren Wahlerfolg nicht zu gefährden, meinen mehrheitlich die Anhänger der Linken (59 Prozent), der Grünen (52 Prozent) und vor allem der AfD (67 Prozent). Von den Sympathisanten der SPD stimmen 38 Prozent dieser Einschätzung zu, von den Unionsanhängern immerhin noch 21 Prozent.

Vor der Bundestagswahl 2013 hatten die Enthüllungen des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden für Wirbel gesorgt. Kanzlerin Angela Merkel stand unter Druck und musste sich gegen den Vorwurf wehren, sie dulde die Spitzelei des amerikanischen Geheimdienstes NSA in Deutschland. "Ausspähen unter Freunden - das geht gar nicht", erklärte sie - und ließ verbreiten, die Amerikaner hätten ein No-Spy-Abkommen angeboten, was so offenbar nicht stimmte.

Nur für ein Fünftel der Bundesbürger (20 Prozent) ist die Debatte darüber, inwieweit der Bundesnachrichtendienst der NSA bei der Ausspionierung von Industrieunternehmen sowie von europäischen Politikern und Spitzenbeamten geholfen haben soll, ein sehr wichtiges Thema. Für wichtig halten es 32 Prozent der Befragten. Knapp die Hälfte der Deutschen (48 Prozent) interessiert sich dagegen kaum für die NSA-BND-Affäre.

(ots)
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