"Zoophilie" wird Thema im Bundestag: Berlin plant Gesetz gegen Sex mit Tieren

"Zoophilie" wird Thema im Bundestag: Berlin plant Gesetz gegen Sex mit Tieren

Die Bundesregierung will Sex mit Tieren einem Medienbericht zufolge bald wieder verbieten. Der Handlungsbedarf ist offenbar akut: Experten berichten, in Deutschland würden Tiere in erheblichem Maße missbraucht.

Eine Novelle des Tierschutzgesetzes sehe vor, die sogenannte Zoophilie mit Bußgeldern von bis zu 25.000 Euro unter Strafe zu stellen, berichtet die Berliner Tageszeitung "taz" am Montag. Die Novelle des Tierschutzgesetzes solle am Mittwoch im Agrarausschuss beraten werden. Mitte Dezember sei der Beschluss des Gesetzes im Plenum des Bundestags vorgesehen.

Nach Expertenangaben werden Tiere in Deutschland in erheblichem Ausmaß sexuell missbraucht. In speziellen Internet-Foren tauschten sich tausende Mitglieder über diverse Techniken aus, kritisiert der Bundesverband praktizierender Tierärzte. Es gebe Bauernhöfe in Deutschland, die Tiere speziell für solche Praktiken vermieteten.

Der Vorsitzende des Agrarausschusses im Bundestag, Hans-Michael Goldmann (FDP), sagte der Zeitung, die Koalition wolle konkret verbieten, ein Tier "für eigene sexuelle Handlungen zu nutzen". Auch solle unter Strafe gestellt werden, Tiere für sexuelle Handlungen Dritter abzurichten oder zur Verfügung zu stellen und dadurch zu artwidrigem Verhalten zu zwingen.

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Tierschützer fordern seit langem, Tiere vor vermeidbaren Schäden oder Missbrauch zu schützen. Bisher sei Sex mit Tieren nur verboten, wenn er zu erheblichen Verletzungen des Tieres führt. Rechtlich seien Tiere in dieser Hinsicht ungeschützt, denn die Strafbarkeit sexueller Kontakte zwischen Mensch und Tier sei im Jahr 1969 durch die Strafrechtsreform aufgehoben worden.

Der Verein ZETA (Zoophiles Engagement für Toleranz und Aufklärung), der sich für die Rechte von Zoophilen einsetzt, will gegen das Gesetz klagen. "Bloße Moralvorstellungen haben im Recht nichts zu suchen", sagte ZETA-Vorsitzender Michael Kiok der "taz".

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(dpa)