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Berlin: Hungerstreikende fordern Ausrufung des Klimanotstands von Olaf Scholz

„Sonst werden wir in den Durststreik treten“ : Hungerstreikende fordern Ausrufung des Klimanotstands von Olaf Scholz

Der Klima-Hungerstreik in Berlin soll nun am Samstag in einen Durststreik übergehen, wenn SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz keinen Klimanotstand ausruft. Das erklärte die noch verbliebene zweiköpfige Hungerstreik-Gruppe in der Nacht zu Freitag in Berlin.

Nach Ablauf eines Ultimatums an die Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grünen haben zwei Klimaaktivisten in Berlin einen verschärften Hungerstreik angekündigt. Ein 21-jähriger Mann und eine 24-jährige Frau, die am Montag dazu gestoßen ist, wollen nach eigenen Angaben ab Samstag nicht nur Nahrung, sondern auch Flüssigkeit verweigern – es sei denn, SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sage vorher öffentlich, dass Klimanotstand herrsche. „Wir erwarten eine direkte Reaktion von Olaf Scholz, indem er persönlich den Klimanotstand ausruft, sonst werden wir am Samstagmorgen in den Durststreik treten und damit die Aufnahme von Wasser verweigern“, betonte Hennig Jeschke, der seit dem 30. August im Hungerstreik ist: „Er hatte die Möglichkeit zu reden, wir haben gewartet, doch er lässt uns keine andere Wahl, als dieses letzte Mittel zu nutzen, um auf die dramatischen Folgen der Klimakrise aufmerksam zu machen.“

Die Forderungen würden nun direkt an Scholz gerichtet, weil er „mit großer Wahrscheinlichkeit“ der nächste Bundeskanzler Deutschlands sein werde, hieß es. In der nächsten Legislaturperiode würden „die Weichen für das Überleben auf unserem Planeten gestellt“. Scholz müsse sicherstellen, dass Hunger und die Sicherstellung einer sozial gerechten Ernährung der Gesellschaft Thema in den Koalitionsverhandlungen werden.

In der Nacht zu Freitag besuchte Grünen-Chef Robert Habeck die beiden Hungerstreikenden und ihre Unterstützer. Bei dem Gespräch seien Positionen zum Klimaschutz und zu Möglichkeiten aktueller Klimapolitik ausgetauscht worden, sagte eine Sprecherin der Hungerstreikenden dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Freitag.

Eine Gruppe junger Erwachsener hatte am 30. August einen Hungerstreik für eine radikale Klimawende begonnen. Die ursprünglich siebenköpfige Gruppe wollte auf diese Weise unter anderem ein öffentliches Gespräch mit den Kandidaten Scholz (SPD), Armin Laschet (CDU/CSU), und Annalena Baerbock (Grüne) am Donnerstagabend erreichen.

Da es von den Politikern keine Zusage dafür gab, brachen fast alle Teilnehmer den Hungerstreik ab und protestierten am Donnerstagnachmittag in ihrem Lager am Spreebogen mit leeren Stühlen gegen die Abwesenheit der Kandidaten. Die „Ignoranz der Verantwortlichen (hat) ein Ausmaß angenommen, das nicht mehr zu übertreffen ist“, sagte der 27-jährige Jacob Heinze. Wichtig seien nun Widerstand und sozialer Ungehorsam.

(ala/epd)