1. Politik
  2. Deutschland

Berlin: Eltern sollen Namen im Pass des Kindes eintragen lassen können

Gesetzesentwurf des Innenministeriums : Eltern sollen Namen im Pass des Kindes eintragen lassen können

Elternteile, deren Nachname sich von dem ihres Kindes unterscheidet, müssen oft die Geburtsurkunde als Nachweis mitnehmen. Dies könnte mit einem Eintrag im Ausweis des Kindes einfacher werden.

Familien sollen die Möglichkeit erhalten, die Namen aller sorgeberechtigten Elternteile in den Pass des Kindes eintragen zu lassen. Das sieht eine Vorlage aus dem Bundesinnenministerium vor, über die das Kabinett an diesem Mittwoch beraten will. Die neue Option soll laut Entwurf allerdings nur dann gelten, wenn sich der Familienname des minderjährigen Kindes vom Familiennamen mindestens eines sorgeberechtigten Elternteils unterscheidet. Praktische Vorteile hätte das für Mütter oder Väter, die - wenn sie alleine mit ihrem Kind reisen - häufig mit der Geburtsurkunde oder anderen Dokumenten nachweisen müssen, dass sie trotz des unterschiedlichen Familiennamens ein Elternteil des Kindes sind.

Die geplante Verwaltungsvorschrift nimmt auch Influencer in den Blick. Sie sollen - falls sie nicht unter ihrem Geburtsnamen bekannt sind - ihren Künstlernamen zusätzlich in Pass und Personalausweis eintragen lassen können. Voraussetzung dafür ist ein gewisser Bekanntheitsgrad. Da Influencer keine Skulpturen verkaufen, Literaturpreise gewinnen oder Songs in den Charts platzieren, schlägt das Innenministerium vor: „Hierzu kann der Nachweis der im Internet erfolgten "Klicks", "Likes", "Follower" oder ähnliches beitragen.“

Die neue Vorschrift stellt außerdem klar, dass deutsche Bezeichnungen für ausländische Orte, die ausschließlich während der Nazi-Zeit existierten, nicht als Geburtsort eingetragen werden sollen. Als Beispiel nennt der Entwurf: „Wurde eine antragstellende Person im Jahr 1943 in "Litzmannstadt" geboren, ist als Geburtsort "Lodz" einzutragen.“

(chal/dpa)