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Berlin: Auto dringt bis ans Tor des Kanzleramts vor - Hintergründe unklar

Vorfall in Berlin : Auto dringt bis ans Tor des Kanzleramts vor

In Berlin ist ein Auto am Mittwoch bis zum Tor des Bundeskanzleramt vorgedrungen. Auf dem Wagen standen politische Botschaften. Der Fahrer wurde von der Polizei in Gewahrsam genommen. Das Auto stammt aus dem Kreis Lippe.

Ein Autofahrer hat mit seinem Wagen das Tor des Bundeskanzleramtes in Berlin gerammt. „Sowohl das Tor als auch das Fahrzeug sind leicht beschädigt.“, teilte die Polizei Berlin auf Twitter mit. Bundespolizisten hätten den Mann sofort festgenommen. Aus Sicherheitskreisen hieß es, das Fahrzeug sei „mit langsamer Geschwindigkeit gegen das Tor des Bundeskanzleramtes gerollt“. Beim Autofahrer handelt es sich laut Polizei um einen 54-jährigen Mann.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Aktuell sind unsere Kolleg. gemeinsam mit der <a href="https://twitter.com/bpol_b?ref_src=twsrc%5Etfw">@bpol_b</a> am <a href="https://twitter.com/hashtag/Bundeskanzleramt?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#Bundeskanzleramt</a> im Einsatz. Ein Auto steht am Tor des Gebäudes - Wir klären derzeit, ob der Fahrer dieses dagegen gesteuert hat. Er wurde in polizeilichen Gewahrsam genommen. Weitere Infos folgen.<br>^tsm</p>&mdash; Polizei Berlin (@polizeiberlin) <a href="https://twitter.com/polizeiberlin/status/1331536045192728577?ref_src=twsrc%5Etfw">November 25, 2020</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Auf der Fahrerseite des dunklen Kombis stand in weißer Schrift: „Ihr verdammten Kinder- und alte Menschen-Mörder“. Auf der Beifahrerseite stand: „Stop der Globalisierungs-Politik“.

Die Hintergründe waren laut Polizei zunächst unklar. Ein Sprecher der Polizei sagte, ob es sich um einen „psychischen Zustand oder eine andere Motivlage“ handele, werde noch geklärt.

Der Vorfall ereignete sich während der laufenden Sitzung des Bundeskabinetts. Dieses tagt in der Regel mittwochs morgens im Kanzleramt.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Ein Kfz ist in das Tor des Bundeskanzleramtes gefahren. <a href="https://twitter.com/kopfzeiler?ref_src=twsrc%5Etfw">@Kopfzeiler</a> und <a href="https://twitter.com/caro_lix?ref_src=twsrc%5Etfw">@caro_lix</a> aus unserem <a href="https://twitter.com/DLF?ref_src=twsrc%5Etfw">@DLF</a>-Hauptstadtstudio sind vor Ort. <a href="https://t.co/H9JXOera1x">pic.twitter.com/H9JXOera1x</a></p>&mdash; Dlf Hauptstadtstudio (@Dlf_Berlin) <a href="https://twitter.com/Dlf_Berlin/status/1331531500240703488?ref_src=twsrc%5Etfw">November 25, 2020</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Die Polizei sperrte den Bereich nach dem Vorfall ab. Rettungswagen standen in der Nähe. Nach dem Bericht eines dpa-Fotografen soll ein Mensch leicht verletzt und im Krankenwagen behandelt worden sein.

Die Fahrt in den Zufahrtsbereich des Bundeskanzleramtes ist nicht erlaubt. Darauf weist ein Schild hin. Lediglich Fahrradfahrern ist es erlaubt, weiter zu fahren. Allerdings handelt es sich um öffentliches Straßenland. Vor dem Kanzleramt befindet sich ein Tor, das in den Boden versenkt werden kann und meist offen ist.

Ob die Aktion womöglich im Zusammenhang mit den jüngsten Protesten gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie steht, war zunächst unklar. In der vergangenen Woche waren während einer Abstimmung des Bundestags über das Infektionsschutzgesetz Protestkundgebungen in direkter Nähe des Bundestages und vor dem Kanzleramt verboten worden.

Ein Auto gleichen Typs mit dem gleichen Kennzeichen aus dem Kreis Lippe war bereits im Februar 2014 gegen das Gitter vor dem Kanzleramt gefahren worden. Fotos von dem damaligen Vorfall zeigen den Wagen mit einer politischen Beschriftung, die sich gegen den Klimawandel richtete. Auf der Fahrerseite prangte eine Liebeserklärung. Verletzt wurde niemand. Auch damals hieß es, das Auto sei sehr langsam unterwegs gewesen. Der 48 Jahre alte Fahrer des Autos wurde damals festgenommen. Dem Alter nach ist er etwa gleichaltrig wie der jetzige.

Aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen wollte ein Polizeisprecher am Mittwoch nicht sagen, ob es sich um den gleichen Mann handelt, der auch jetzt in Gewahrsam genommen wurde. Er sagte: „Eine Erstaussage des Fahrzeugführers wurde aufgenommen.“

(sed/dpa)