1. Politik
  2. Deutschland

Missbrauchsbauftragte arbeitet Vorschlag aus: Bergmann plädiert für Entschädigungsfonds

Missbrauchsbauftragte arbeitet Vorschlag aus : Bergmann plädiert für Entschädigungsfonds

München (RPO). Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Christine Bergmann, plädiert für einen Entschädigungsfonds, in den neben den verantwortlichen weltlichen und kirchlichen Institutionen auch der Bund einzahlen soll. Sie sei mit ihren Überlegungen zwar noch nicht am Ende, doch über einen solchen Fonds könne man nachdenken, sagte die SPD-Politikerin und frühere Bundesfamilienministerin.

Überlegungen, die Höhe einer Entschädigung nach der Schwere der Tat zu staffeln, beurteilte sie skeptisch. Sie machte zudem klar, dass sie keine Unterschiede zwischen Menschen machen möchte, die in Internaten, Schulen und Vereinen missbraucht wurden und solchen, denen in Familien Leid geschah. Es dürfe "keine Opfer erster und zweiter Klasse geben", sagte sie gegenüber der "Süddeutschen Zeitung".

Bergmann soll für den Runden Tisch gegen Missbrauch einen Vorschlag für Entschädigungen ausarbeiten. Laut der "Süddeutschen Zeitung" wird sie vermutlich erst im nächsten Jahr eine Empfehlung vorlegen. Sie habe Verständnis für die Forderung von Opfern nach einer schnellen Lösung, sagte sie.

Doch seien dabei viele Aspekte zu berücksichtigen, etwa auch künftige Entschädigungen von misshandelten Heimkindern. Ausdrücklich ermunterte die Missbrauchsbeauftragte kirchliche und weltliche Einrichtungen, in deren Reihen Kinder missbraucht worden waren, schon jetzt eigene Vorschläge zur Entschädigung vorzulegen.

(AFP/nbe)