Hilfen für traumatisierte Kinder Benefizgala mit Opernstars für den Wiederaufbau der Ukraine

Berlin · Es ist ein Opernabend mit hochkarätigen Gästen, doch eine Party ist es nicht. Bei der Gala im Berliner Konzerthaus geht es darum, mehr als eine Million Euro für ukrainische Kinder zu sammeln. Außerdem sollen sich alle, die dem Land helfen wollen, vernetzen.

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Foto: dpa/LIBKOS

Rund 1500 Gäste werden erwartet und viel Prominenz aus Politik, Wirtschaft, Medien und Kultur: Im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin sollen bei einer Benefiz-Operngala am Freitag nächste Woche (19. April) Spenden für den Wiederaufbau der Ukraine gesammelt werden. „Wir hoffen, dass wir eine Million Euro mit einem großen Plus X einsammeln“, sagte der Veranstalter und Unternehmer Harald Christ unserer Redaktion. Das Geld soll insbesondere an die von dem früheren Box-Weltmeister Wladimir Klitschko mitgegründete Organisation #WeAreAllUkrainians gehen, die Einrichtungen für die Behandlung von traumatisierten Kindern und Jugendlichen in den Brennpunktregionen Cherson, Donezk und Saporischschja aufbauen will.

Der Harald-Christ-Stiftung für Demokratie und Vielfalt zufolge ist EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Schirmherrin der Veranstaltung. Co-Schirmherr ist der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner (CDU). Unter den angekündigten Opernstars sind Rolando Villazón, Pretty Yende und Samuel Mariño.

Als Mitglieder des Kuratoriums unterstützen die Gala unter anderem der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck, Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD), Verkehrsminister Volker Wissing (FDP), Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) und Justizminister Marco Buschmann (FDP), ebenso wie der ukrainische Botschafter Oleksii Makeiev, die Schauspielerin Iris Berben und der Schriftsteller Ferdinand von Schirach.

Organisator Christ arbeitet bereits seit sieben Monaten mit einem Dutzend Leuten an den Vorbereitungen der Gala mit dem englischen Titel „Rebuild Ukraine“. Er engagiert sich schon seit Jahrzehnten für die Ukraine. „Ich war in meinem Leben nie in Russland, aber schon oft in der Ukraine“, sagte er und schilderte die Anfänge seines Engagements: „Als 1986 die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl war, ich lebte damals in Worms, wussten wir alle nicht, was passiert: Kommt nach dem Super-GAU die atomare Wolke oder saurer Regen? Dürfen wir noch Pilze essen? Dürfen die Kinder noch draußen spielen?“ In den Jahren danach seien rund um den verseuchten Reaktor die Menschen krank geworden und gestorben, Kinder hätten Leukämie bekommen. „Mit Freunden habe ich dann 1991 den Verein SOS `86 Kinder von Tschernobyl gegründet, mit dem wir Kindern aus dem Gebiet Erholungsaufenthalte bei Gastfamilien ermöglicht und Gesundheitshilfe geleistet haben.“

Nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine vor mehr als zwei Jahren habe er etwas machen wollen. „Ich bin jemand, der Dinge tut und nicht nur darüber redet. So kam die Idee auf, die Benefiz-Gala zu organisieren.“ Er wünscht sich, dass es eine „europäische Leuchtturmveranstaltung“ mit breiter gesellschaftlicher Beteiligung wird.

 Der frühere Box-Weltmeister Wladimir Klitschko in Kiew. Sein Bruder Vitali ist dort Bürgermeister.

Der frühere Box-Weltmeister Wladimir Klitschko in Kiew. Sein Bruder Vitali ist dort Bürgermeister.

Foto: dpa/-

Als rauschendes Fest betrachtet Christ die Veranstaltung aber explizit nicht. „Die Gala wird in einer Zeit veranstaltet, in der die Ukraine an der Front massiv unter Druck steht, in der Menschen sterben. Es wird daher keine Party sein. Wir können nur unterstützen und hoffen, dass Putin diesen Krieg nicht gewinnt.“ Es sei aber gewollt, „dass bei der Operngala eine Vernetzung für die Ukraine erfolgt“, fügte er mit Blick auf die hochkarätige Gästeliste hinzu. Christ will selbst einen Geldbetrag in Höhe von 250.000 Euro spenden.

(mdu)
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