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Belarus: Bundesregierung verurteilt Vorgehen Lukaschenkos gegen Demonstranten

Leichenfunde in Belarus : Bundesregierung verurteilt Vorgehen Lukaschenkos gegen Demonstranten

Regierungssprecher Seibert hat eine lückenlose Aufklärung der Vorwürfe rund um die Belarus-Proteste gefordert. Polizisten sollen Menschen getötet haben. Zuletzt waren zwei Anführer der Demokratiebewegung verhaftet worden.

Die Bundesregierung fordert eine Aufklärung von Berichten über Leichenfunde in Belarus (Weißrussland) im Zusammenhang mit den Protesten gegen Staatschef Alexander Lukaschenko. Die Bundesregierung sei erschüttert über Berichte, dass im Zuge der Proteste und Inhaftierungen friedlicher Demonstranten auch Menschen umgebracht worden seien, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Es gebe jetzt Berichte über einzelne Funde von Leichen - „und das muss lückenlos aufgeklärt werden“.

Die Bundesregierung forderte den seit einem Vierteljahrhundert autoritär regierenden Lukaschenko erneut auf, die Polizeigewalt gegen die Demonstranten zu stoppen. Inhaftierte, die nur ihre demokratischen Rechte wahrnehmen, müssten umgehend freigelassen werden, bekräftigte Seibert. Er lobte den großen Mut der Demonstranten. Ein Dialog der Führung mit der Zivilgesellschaft sei dringlich. Der Repressionsgrad steige wieder spürbar. Das gelte für Entlassungen von Streikenden in Betrieben, das gelte auch für die sehr martialische Drohkulisse, die Lukaschenko am Wochenende aufgebaut habe.

Die Sonderpolizei OMON hatte zwei prominente Anführer der Demokratiebewegung festgenommen. Olga Kowalkowa und Sergej Dylewski seien in Minsk in einen Gefangenentransporter gesteckt worden, teilte die Opposition mit. Die Behörden bestätigten die Festnahme. Der Grund war unklar. Lukaschenko hatte mehrfach gedroht, den Koordinierungsrat der Opposition zu zerschlagen. Er erklärte das Gremium, das einen Dialog mit dem Machtapparat anstrebt, für illegal. Kowalkowa und Dylewski arbeiten im Präsidium des Koordinierungsrates.

(cpas/dpa)