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Ein Jahr vor Inkrafttreten des Rechtsanspruchs: Bei den Kita-Plätzen hakt es noch immer

Ein Jahr vor Inkrafttreten des Rechtsanspruchs : Bei den Kita-Plätzen hakt es noch immer

Heute in einem Jahr gilt es: Dann haben auch Kinder zwischen einem und drei Jahren einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz. Doch das Ziel zu erreichen, ist noch fern. Denn nach wie vor fehlen tausende Plätze – sowohl im Bund als auch in NRW.

Heute in einem Jahr gilt es: Dann haben auch Kinder zwischen einem und drei Jahren einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz. Doch das Ziel zu erreichen, ist noch fern. Denn nach wie vor fehlen tausende Plätze — sowohl im Bund als auch in NRW.

Hamburg geht quasi als leuchtendes Beispiel voran. Während dem Bundesfamilienministerium noch ein Jahr Zeit bleibt, um wirklich jedem Kleinkind einen Betreuungsplatz zuweisen zu können, gilt der Rechtsanspruch in der Hansestadt bereits ab diesem Mittwoch.

Nach Auskunft der Behörden werden voraussichtlich Plätze für 75 Prozent der Zweijährigen zur Verfügung stehen. In Hamburg wird davon ausgegangen, dass die Familien von 20.200 Kindern dies auch in Anspruch nehmen werden. Die Stadt in Deutschlands Norden macht damit vor, wovon einige Bundesländer noch entfernt sind: eine massive Steigerung der Quote. Denn im Jahr 2011 lag sie noch bei 32,4 Prozent.

Suche nach geeigneten Gebäuden

Bundesweit dagegen fehlen nach Angaben des Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, noch immer 130.000 solcher Betreuungsplätze. 750.000 würden ab dem 1. August 2013 benötigt, sagte er der Deutschen Presseagentur. Und die Zeit verrennt.

Dementsprechend hatte Familienministerin Kristina Schröder erst im Juni den Ländern ein Ultimatum hinsichtlich des Kita-Ausbaus gestellt. Länder, die bis zum 30. September nicht mindestens 90 Prozent der Bundesmittel verbindlich beantragt hätten, müssten "Geld, das für sie vorgesehen war, an andere Bundesländer abgeben", hatte sie in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" gesagt.

Manch einer wertete das zwar als Ablenkungsmanöver aufgrund des Streits um das Betreuungsgeld, doch das es beim Ausbau der Betreuungsplätze noch hakt, kann nicht von der Hand gewiesen werden. Und Kristina Schröder, die immer wieder Kritik einstecken muss, weiß, dass sie am Ergebnis gemessen werden wird, obwohl es auch auf die Bundesländer selbst ankommt, den Kita-Ausbau voranzutreiben.

Laut Landsberg ist ein Problem der Platzbedarf. Besonders in einigen Großstädten werde noch nach geeigneten Gebäuden gesucht, um die Kinderbetreuung zu gewährleisten. Er fordert daher, einige bürokratische Hürden in der Bauordnung abzuschaffen, um dies zu ermöglichen.

NRW Schlusslicht beim Ausbau

Die rot-grüne NRW-Regierung hat bereits angekündigt, dass sie die Baunormen für den Kita-Ausbau senken wolle. Britta Altenkamp, Vizechefin der SPD-Landtagsfraktion, geht davon aus, dass dadurch bis zu 20.000 zusätzliche Plätze für die Betreuung von unter Dreijährigen bis zum Jahr 2014 geschaffen werden können. Ein nötiger Schritt für das Bundesland.

Hier geht es zur Infostrecke: Das sind die Betreuungsquoten für unter Dreijährige

(das)