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Übung der Medizinischen Task Force: Bei Behandlung von Verletzten hapert's noch

Übung der Medizinischen Task Force : Bei Behandlung von Verletzten hapert's noch

Das erste Training der medizinischen Spezialeinheit des Bundes hat mehrere Stunden gedauert - und wichtige Erkenntnisse geliefert. Bei der Behandlung von Verletzten hapert's noch ein wenig.

Eine Explosion in einer Düngemittelfabrik mit 120 Verletzten: Vor diesem Szenario haben rund 130 Einsatzkräfte am Samstag in Brück bei Potsdam den Katastrophenfall geprobt. Es handelte sich um die erste Übung der Medizinischen Task Force (MTF)
des Bundes. "Diese erste Großübung ist gut verlaufen", sagte die Sprecherin des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Ursula Fuchs, am Sonntag in einer ersten Bilanz.

Dabei habe sich herausgestellt, dass bei der Aufnahme von Verletzten und deren Begutachtung mehr Personal eingesetzt werden müsse - es habe einen "kleinen Stau" gegeben, sagte Fuchs.

An der Übung nahmen meist ehrenamtliche MTF-Helfer aus Brandenburg, Berlin, Rheinland-Pfalz und Hessen teil. In den beiden letztgenannten Ländern war 2010 jeweils ein MTF-Pilotstandort eröffnet worden.

Bundesweit sollen 61 Standorte aufgebaut werden. Zu den Aufgaben gehören etwa die Behandlung und Dekontamination von Verletzten, Transport und Logistik. Nach Angaben des Bundesamtes und des Bundesinnenministeriums ist geplant, dass - je nach Fortschreiten des Gesamtkonzeptes - die Einheiten bis zum Jahr 2020 oder auch 2022 komplett sein sollen.

Wegen der Finanzkrise sind Gelder für einen Teil der Ausstattung in den vergangenen Jahren nicht in voller Höhe geflossen. Der Präsident des Bundesamtes, Christoph Unger, zeigte sich am Samstag optimistisch: "Es sieht so aus, dass wir weiter Geld kriegen." Die Höhe der Summe sei aber offen. Bund und Länder verweisen darauf, dass bereits einzelne MTF-Komponenten einsatzfähig seien.

(dpa)