1. Politik
  2. Deutschland

Bauwerke an der Autobahn: Viele Brücken müssen saniert werden

Zustand von Brücken weiter verschlechtert : Mehr als 2500 Autobahn-Bauwerke müssen saniert werden

Der schlechte Zustand vieler Brücken an Bundesfernstraßen könnte zur Sicherheitsgefahr werden, gesteht das Verkehrsministerium ein. Seit Jahren ist das ein Problem – doch die Sanierung geht nur schleppend voran.

Die Bundesregierung hat eingestanden, dass der schlechte Zustand vieler älterer Brücken an Autobahnen und Bundesstraßen zu einer Sicherheitsgefahr werden kann. „Aufgrund der Altersstruktur der Straßen- und Brückensubstanz und der schnellen Entwicklung des Verkehrsaufkommens, insbesondere des Schwerverkehrs mit erheblich gestiegenen Gesamtgewichten, sind bei älteren Brücken die Tragreserven allmählich aufgebraucht“, heißt es in der Antwort des Verkehrsministeriums auf eine kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion. Insgesamt seien 2506 Brücken und Teilbauwerke an Autobahnen und Bundesstraßen dringend sanierungsbedürftig.

Dem Papier zufolge hat sich der Zustand der sanierungsbedürftigsten Brücken an Bundesfernstraßen im laufenden Jahr sogar weiter verschlechtert. Erhielten 2018 noch gut 516.000 Brücken-Quadratmeter die Schulnote sechs, waren es 2019 bereits 533.000 Quadratmeter. In Nordrhein-Westfalen liegt die Rheinbrücke Leverkusen in der Reihenfolge der sanierungsbedürftigsten Autobahnbrücken auf Platz eins, gefolgt von der Brücke an der A 42 am Bahnhof Grünstraße. Bundesweit ging die Zahl der Brücken-Quadratmeter mit der Note mangelhaft von 2018 auf 2019 nur geringfügig von 3,2 auf 3,1 Millionen zurück.

Der schlechte Zustand der Brücken an Autobahnen und Bundesstraßen wird seit Jahren beklagt, doch der Bund kommt mit der Sanierung nur schleppend voran. Der Antwort zufolge hatten Bund und Länder eine gemeinsame „Strategie zur Ertüchtigung der Straßenbrücke im Bestand der Bundesfernstraßen“ für die insgesamt 2506 Teilbauwerke erstellt. Zudem habe der Bund ein „Brückenmodernisierungsgesetz“ auf den Weg gebracht. Im Zeitraum von 2019 bis 2023 stehe für Brückensanierungen die Summe von 4,3 Milliarden Euro bereit, so die Antwort des Verkehrsministeriums. Bis 2030 solle an allen Brücken an Autobahnen die erforderliche Tragfähigkeit hergestellt sein. Der Finanzbedarf für die Ertüchtigung aller Bauwerke liege bis 2030 bei rund 12,9 Milliarden Euro.

„Die Tragreserven bei vielen Brücken sind nach Aussagen der Bundesregierung allmählich aufgebraucht. Sanierungen scheitern jedoch nicht an einem Mangel an Geld, sondern an langwierigen und komplexen Planungsverfahren, die zu den kompliziertesten weltweit gehören“, sagte der FDP-Politiker Oliver Luksic. Zwar versuche die Bundesregierung die Verfahren zu vereinfachen, aber das Planungsbeschleunigungsgesetz greife an vielen Stellen zu kurz. „So gibt es nach wie vor unnötige Doppelprüfungen bei den Raumordnungs- und Planfeststellungsverfahren.“ Deutschland benötige eine sichere und zuverlässige Verkehrsinfrastruktur, um die Mobilität und den Wohlstand der Bürger zu gewährleisten. „Wichtige Bauprojekte werden aber verzögert, da die Verfahren ineffektiv, bürokratisch und analog ablaufen“, sagte er.