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Streit um Ferkel und Hühner: Bauern gegen Aigners Tierschutzpaket

Streit um Ferkel und Hühner : Bauern gegen Aigners Tierschutzpaket

Osnabrück (RPO). Deutschlands Bauern laufen Sturm gegen das von Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) geplante Tierschutzpaket. Vor allem die Themen Ferkelkastration und Legehennen-Verordnung sorgen für Unmut.

Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Helmut Born, mit ihren Vorschlägen erwecke Aigner geradezu den Eindruck, "als ob die deutschen Bauern sich dem Tierschutz verweigern". Das Gegenteil sei der Fall.

Das gelte etwa für Aigners Forderung, Ferkelkastrationen ohne Betäubung zu verbieten. "Die Landwirtschaft ist bereit, von der Ferkelkastration völlig wegzukommen." Noch sei aber eine Ebermast nicht praxistauglich. Die Geruchsbelastung beim Braten solchen Fleisches sei noch nicht gelöst. "Außerdem kann die Betäubung bei neugeborenen Ferkeln wie beim Menschen große Probleme verursachen."

Aigners Ankündigung, für Legehennen nur noch Boden-, Freiland- und Ökohaltung zuzulassen und die Kleingruppenhaltung abzuschaffen, ist nach Borns Ansicht für die Geflügelhalter die Aufkündigung eines über Jahre auch mit Tierschutzorganisationen erarbeiteten Kompromisses. Deutschland habe 2010 noch vor anderen EU-Ländern das Käfigverbot umgesetzt. In der EU seien Käfige dagegen noch bis 2012 erlaubt. Born betonte: "Statt auf einem EU-weiten Käfig-Ausstieg zu beharren, eröffnet Frau Aigner jetzt einen Nebenkriegsschauplatz."

(DDP/jre)