Barbara Hendricks lehnt Fracking ab

Bundesumweltministerin : Barbara Hendricks lehnt Fracking ab

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat sich klar gegen die umstrittene Fracking-Methode zur Förderung von Schiefergas ausgesprochen.

"Bislang gibt es keine Technik, die Fracking ohne Chemikalien ermöglicht", sagte Hendricks "Spiegel Online" in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview. Die Regierungskoalition habe sich klar positioniert, dass sie den Einsatz von Chemikalien im Boden ablehnt. Mehr als wissenschaftlich fundierte Probebohrungen könne es nicht geben.

Bei der Fracking-Methode wird unter hohem Druck ein Gemisch aus Wasser, Chemikalien und Chemie in den Boden gepresst, um Gestein aufzuspalten und das darin enthaltene Erdgas zu fördern. Die Technologie ist unter anderem deshalb umstritten, weil durch die eingesetzten Chemikalien das Trinkwasser verunreinigt werden könnte.

Hendricks äußerte sich in dem Interview auch zur Frage des Anbaus von Genmais. Bei der anstehenden EU-Entscheidung darüber werde sich die Bundesregierung wahrscheinlich enthalten. "Für die SPD ist klar: Wir lehnen die Zulassung von Genmais ab", sagte Hendricks. Aber da das Kanzleramt und das Forschungsministerium "ihre eigene Position" hätten, gehe sie davon aus, dass Deutschland sich in Brüssel "kraftvoll enthalten" werde.

Der Genmais sei aus unterschiedlichen Gründen problematisch, sagte Hendricks. Die Landwirtschaft sei dagegen, weil er sich nicht richtig von anderen Pflanzen abgrenzen lasse sei. "Aus Naturschutzgründen sehen wir die Zulassung skeptisch, und natürlich gibt es auch Verbraucherinteressen", sagte die Bundesumweltministerin.

Mitte Januar hatte sich das Europaparlament gegen die Zulassung der Genmais-Sorte 1507, genannt Herculex, in der EU ausgesprochen. Als nächstes steht eine Abstimmung unter den EU-Mitgliedstaaten darüber an. Die Bundesregierung muss bis Anfang Februar entscheiden, wie sie sich positioniert.

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(AFP)