Azubis sollen ab 2020 Mindestlohn bekommen

Mindestlohn kommt : Ab 2020 sollen Auszubildende mindestens 515 Euro verdienen

Vor allem in Ostdeutschland verdienen Auszubildende teilweise weniger als 500 Euro monatlich. Im kommenden Jahr soll sich das ändern. Die Mindestvergütung soll in den Folgejahren weiter steigen.

Auszubildende sollen einem Bericht der Funke Mediengruppe zufolge von 2020 an im ersten Ausbildungsjahr eine Mindestvergütung von 515 Euro pro Monat erhalten. Und dies soll erst der Anfang sein. Die Mindestausbildungsvergütung soll weiter steigen – im Jahr 2021 auf 550 Euro, 2022 auf 585 Euro und ab 2023 auf 620 Euro.

Im zweiten und dritten Lehrjahr seien ebenfalls Erhöhungen geplant. Laut dem Bericht soll die Reform des Berufsbildungsgesetzes von Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) an diesem Mittwoch vom Kabinett beschlossen werden.

Das dürfte insbesondere Auszubildende in den neuen Bundesländern freuen. Denn zum einen verdienen sie dort im Durchschnitt häufig weniger als Auszubildende in den alten Bundesländern. Zum anderen lagen die Gehälter 2018 dort zum Teil deutlich unter den angestrebten 515 Euro pro Monat. Das zeigt die „Datenbank Ausbildungsvergütung“ des Bundesinstituts für Berufsbildung. So verdiente ein angehender Fleischer im vergangenen Jahr 383 Euro. 823 Euro bekam hingegen ein Auszubildender in den alten Bundesländern.

Mit der Reform werde erstmals in Deutschland eine gesetzliche Untergrenze für die Vergütung von Auszubildenden festgeschrieben – analog zum gesetzlichen Mindestlohn. Umstritten war in der Regierung bis zuletzt die Höhe der Zahlungen. „Die festgesetzte Höhe der Mindestausbildungsvergütung ist Anerkennung der Leistung der Auszubildenden im Betrieb. Anderseits muss aber auch sichergestellt sein, dass die Motivation der Betriebe erhalten bleibt, Ausbildungsplätze anzubieten“, hieß es laut dem Bericht dazu aus dem Ministerium.

Karliczek habe deswegen Zugeständnisse gemacht: Dort, wo es aktuell eine Tarifbindung gebe, könne es passieren, dass Azubis auch weiterhin weniger als die Mindestvergütung bekämen.

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(dpa/jms)
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