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#FreeDeniz: Autokorsos und Kundgebungen gegen Haft von Deniz Yücel

#FreeDeniz : Autokorsos und Kundgebungen gegen Haft von Deniz Yücel

In mehreren deutschen Städten haben Demmonstranten am Dienstagabend die Freilassung des in der Türkei inhaftierten Journalisten Deniz Yücel gefordert. Auch in Köln gab es einen Autokorso mit etwa 50 Wagen.

"Freiheit für alle inhaftierten Journalist/innen in der Türkei!", war auf Plakaten neben dem Konterfei des "Welt"-Journalisten Yücel zu lesen, die die Demonstranten vor der türkischen Botschaft in Berlin hochhielten. Zuvor fuhren Unterstützer im Autokorso durch Berlin. Die Polizei zählte rund 100 Autos und 19 Fahrräder. Die Initiative #FreeDeniz hatte am Dienstag in rund zehn Städten zu Autokorsos aufgerufen.

In Leipzig waren etwa 50 Autos und 30 Radfahrer bei der Aktion dabei, die vom Süden der Stadt in Richtung City zogen. Auch in Köln wurden etwa 50 Autos gezählt. Das waren deutlich mehr als die angemeldeten 30. "Unser Kollege Deniz Yücel liebt Autokorsos", sagte der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), Frank Überall, der selber mitfuhr. "Wir nehmen uns die Freiheit, auch hier in Köln laut hupend auf seine Situation aufmerksam zu machen - und darauf, dass hunderte Journalistinnen und Journalisten in der Türkei verfolgt werden oder wie Deniz im Gefängnis sitzen". Man dürfe nicht wegschauen, wenn in der Türkei Menschenrechte wie die Pressefreiheit systematisch unter die Räder kämen, sagte Überall.

Als einer der Redner auf der Kundgebung in Berlin forderte Grünen-Parteichef Cem Özdemir die Freilassung von Journalisten und Menschen, die sich in der Türkei für Demokratie einsetzen. Nach 13 Tagen Polizeigewahrsam hatte ein Haftrichter in Istanbul am Montagabend Untersuchungshaft für Yücel angeordnet. Yücel wird Propaganda für eine terroristische Vereinigung und Aufwiegelung der Bevölkerung vorgeworfen.

Ein Skandal ohne Folgen - so beurteilt unsere Berliner Redakteurin Birgit Marshall die Inhaftierung Yücels. Hier lesen Sie ihren Kommentar.

(lsa/dpa)