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Ausländische Hilfskräfte für die Flughäfen - ein schlechter Witz

Hilfskräfte für die Flughäfen : Ein ziemlich schlechter Witz

Ausländische Hilfskräfte sollen das Chaos an den Flughäfen nun beseitigen - Reisende müssen sich veralbert vorkommen angesichts dieser Idee. Es fehlt einfach an vorausschauendem Handeln. Das ist im Moment das Kernproblem in Deutschland.

Wer sich derzeit am Flughafen die Beine in den Bauch steht, um mit Glück noch in den Urlaub fliegen zu können, muss den Vorstoß als ziemlich schlechten Witz empfinden. Ausländische Hilfskräfte sollen das Chaos bei der Abfertigung jetzt richten. Wenn gar nichts mehr geht, so ein Vorstoß aus der Politik geht immer.

Mal davon abgesehen, dass es sich bei Flughäfen um äußerst sensible Sicherheitsbereiche handelt, bei denen genau hingeguckt werden muss, wer welche Tätigkeit übernimmt – es ist nicht bekannt, dass tausende Menschen sich in anderen Ländern ebenso die Beine in den Bauch stehen, weil sie an deutschen Flughäfen Koffer entgegennehmen wollen. Vor allem nur „vorübergehend“.

Außerdem fehlt es ja nicht nur an Personal beim Check-In, Mitarbeiter werden auch dringend gesucht für die Sicherheitskontrollen und am Boden, damit die Maschinen überhaupt abheben können. Gerade dafür kann man nicht einfach mal so jemanden einstellen. Kurzum: Die Idee ist aus der Hüfte geschossen, sie lässt nicht nur arbeitsrechtlich viele Fragen offen. Insbesondere jedoch kommt der Vorschlag zu spät, um für diese Reisesaison überhaupt noch umgesetzt werden zu können. Die Details bleiben abzuwarten, haben die zuständigen Ministerien am Montag mitgeteilt. Das sagt eigentlich schon alles.

Das Land erlebt einen Verlust an vorausschauendem politischen und unternehmerischen Handeln, das ist auch eine Erkenntnis des Chaos an den Flughäfen. Die Personalnot dort und anderswo ist schließlich während der Corona-Zeit absehbar gewesen, ohne dass wirksam gegengesteuert worden ist. Zugleich schlägt die Privatisierung jetzt in einigen Bereichen zurück. Der Mangel und die Arbeitskräftegewinnung gehören daher rasch wieder auf die politische Agenda. Nicht nur, aber auch weil die nächste Reisesaison bestimmt kommt.

(has)