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SPD-Kanzlerkandidat gibt sich vorsichtig: Auch Steinbrück fürchtet die AfD

SPD-Kanzlerkandidat gibt sich vorsichtig : Auch Steinbrück fürchtet die AfD

Während Peer Steinbrück es für möglich, dass auch die Sozialdemokraten Stimmen an die euro-kritische Partei "Alternative für Deutschland" verlieren, hat der SPD-Kanzlerkandidat offenbar ein weiteres Mitglied für sein Kompetenzteam gefunden.

"Ich bin mir nicht so sicher, bei wem die (AfD - Anm. der Redaktion) abgraben. Wir wissen, dass sie am ehesten Stimmen bei der FDP und der Union abziehen, aber vielleicht auch bei uns", sagte Steinbrück der Deutschen Presse-Agentur. "Daher werden Sie von mir keinen triumphierenden Unterton hören, nach dem Motto: Oh guck mal, die leiten ja das Wasser um auf unsere Mühlen."

Falls die AfD bei der Bundestagswahl knapp unter fünf Prozent landen sollte, könnte dies nach Meinung von Experten dafür sorgen, dass schon weniger als insgesamt 45 Prozent der Stimmen für eine Koalitionsmehrheit reicht.

Machnig soll Experte für Energiefragen werden

Derweil hat Steinbrück einem Zeitungsbericht zufolge den Thüringer Wirtschaftsminister Matthias Machnig in seine Wahlkampfmannschaft geholt. Der prominente Landesminister solle im sogenannten Kompetenzteam Experte für Energie und für Fragen des Aufbaus in Ostdeutschland werden, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Offiziell wurde diese Personalie demnach weder bestätigt noch dementiert. Noch seien die Überlegungen nicht abgeschlossen, verlautete aus der SPD.

Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" gilt in der SPD als großer Vorzug Machnigs seine langjährige Wahlkampferfahrung. Der heute 53-Jährige hatte maßgeblichen Anteil an der Organisation der Kampagnen 1998 und 2002, mit denen Gerhard Schröder zunächst der Sprung ins Kanzleramt und vier Jahre später die Wiederwahl gelang. Laut dem Bericht ist immer noch offen, ob Steinbrücks Wahlkampfmannschaft zehn oder zwölf Mitglieder haben wird. Bisher wurden erst drei Mitglieder von dem SPD-Kanzlerkandidaten offiziell präsentiert.

Stellungnahme zum Thema Gentechnik

Steinbrück will außerdem im Fall seiner Wahl zum Bundeskanzler der Gentechnik in Deutschland klare Grenzen setzen. "Nicht alles, was ökonomisch sinnvoll ist, ist auch sozial verantwortbar. Deshalb würde ich eine klare gesetzliche Grenze ziehen", sagte er der "Bild am Sonntag". "Nicht alle Lebensbereiche sollten ökonomischen Kosten-Nutzen-Kalkülen unterworfen werden. Unsere Gesundheit und die Gentechnik zählen eindeutig dazu."

Der SPD-Politiker regte eine nationale Gentechnik-Debatte an. "Wir brauchen eine breite, von Wissenschaftlern begleitete Debatte, wo ethische Grenzen bei der Gentechnik liegen, ob und an welchem Punkt die Büchse der Pandora zu weit geöffnet ist." Das Klonen von Menschen und Embryos lehnt Steinbrück entschieden ab. "Das gehört verboten", sagte der Kanzlerkandidat.

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US-Forschern war es diese Woche erstmals gelungen, embryonale Stammzellen herzustellen. Zwar versichern sie, dass sie die Stammzellen lediglich zu therapeutischen Zwecken verwenden wollen. Doch da Stammzellen grundsätzlich auch zum Klonen von Menschen benutzt werden können, löste ihr Durchbruch eine lebhafte Debatte um die Zulässigkeit reproduktiven Klonens aus.

(dpa/AFP/felt)