Armin Laschet schließt Kandidatur um CDU-Vorsitz derzeit aus

Amt des CDU-Vorsitzenden : Armin Laschet schließt Kandidatur derzeit aus

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet will sich nicht für den Vorsitz der Bundes-CDU bewerben. Das bestätigte er am Mittwoch vor Journalisten in Düsseldorf.

Bei der jetzt geplanten Trennung von Kanzleramt und Parteivorsitz sei das Amt des Regierungschefs im größten Bundesland mit dem Vorsitz der Regierungspartei im Bund nicht vereinbar, sagte der 57-Jährige.

Er wolle die gut funktionierende schwarz-gelbe Koalition in NRW "nicht für ein Parteiamt gefährden". Auf die Frage, ob er denn als Kanzlerkandidat zur Verfügung stünde, antwortete der 57-Jährige: "Die Frage stellt sich heute nicht."

Für Merkels Nachfolge im Parteiamt gibt es nach derzeitigem Stand bereits zahlreiche Bewerber. Beim Bundesparteitag im Dezember in Hamburg will der ehemalige Unionsfraktionschef Friedrich Merz antreten ebenso wie CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, Gesundheitsminister Jens Spahn und drei weitere, nicht so bekannte Bewerber.

Schon am Rande einer Veranstaltung in Düsseldorf hatte Laschet am Dienstagabend zu erkennen gegeben, dass sein Amt als Ministerpräsident nicht kompatibel ist mit dem Parteivorsitz in Berlin. Die Kanzlerkandidatur 2021 will sich Laschet aber offen halten, sollte es dazu kommen. Als wahrscheinlich gilt aber, dass ein möglicher Parteivorsitzender Merz nicht lange mit einer Kanzlerin Merkel zusammenarbeiten würde. Viele rechnen damit, dass die große Koalition 2019 auseinanderbricht und der oder die neue Parteichef(in) erneut Jamaika-Verhandlungen mit Union, Grünen und FDP anstreben würde. Dann allerdings ohne Angela Merkel an der Spitze.

Die Kanzlerin hatte am Montag nach den massiven Stimmenverlusten ihrer Partei bei der Landtagswahl in Hessen erklärt, im Dezember nicht mehr für den CDU-Vorsitz kandidieren und sich 2021 ganz aus der Politik zurückziehen. Bis dahin will sie aber Kanzlerin bleiben. Bisher habe sie immer darauf bestanden, dass beide Ämter zusammengehören. Dass dies nun anders laufen solle, sei "ein Wagnis, keine Frage". Sie halte es aber für vertretbar, dieses Wagnis jetzt einzugehen. Bei der nächsten Wahl wolle sie nicht wieder als Kanzlerin und auch nicht für den Bundestag kandidieren, sagte Merkel.

Sie strebe auch kein anderes politisches Amt an.

(csi/dpa)
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