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ARD-Deutschlandtrend: Union wieder vorn - Grüne verlieren stark

Umfrage vor der Bundestagswahl im September : Union im ARD-Deutschlandtrend wieder vorn – Grünen verlieren stark

Die Deutschen sehen die Union aktuell vor den Grünen. Auch CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet wird beliebter, die Grünen-Kandidatin Baerbock fällt hingegen ab. Dabei ist den Befragten vor der Bundestagswahl der Umweltschutz besonders wichtig.

Die Union hat einer neuen Umfrage zufolge die Spitzenposition von den Grünen zurückerobert. Im neuen ARD-Deutschlandtrend, der am Donnerstag veröffentlicht wurde, gewinnen CDU/CSU im Vergleich zum Mai 5 Prozentpunkte auf 28 Prozent. Die Grünen büßen hingegen 6 Prozentpunkte auf nun 20 Prozent ein. Die SPD käme unverändert auf 14 Prozent, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. Die AfD verharrt bei 12 Prozent. Auf diesen Wert kommt auch die FDP, die einen Prozentpunkt dazugewinnt. Auch die Linke verbessert sich um einen Punkt auf 7 Prozent.

Auch in der Frage nach einer Direktwahl des Bundeskanzlers oder der Bundeskanzlerin kann Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet deutlich Boden gut machen. 29 Prozent würden sich für den CDU-Chef entscheiden, ein Plus von 8 Prozentpunkten gegenüber der vorherigen Umfrage. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz legt ebenfalls zu und kommt auf 26 Prozent (+5). Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock verliert hier deutlich, noch 16 Prozent würden sich für sie entscheiden, ein Minus von 12 Prozentpunkten.

Wieder zugenommen hat die Zufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung. 45 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit der Koalition aus Union und SPD sehr zufrieden oder zufrieden, 8 Prozentpunkte mehr als im Mai. Allerdings ist die Mehrheit von 54 Prozent (-8 Punkte) weniger oder gar nicht zufrieden damit, wie die Regierung ihre Arbeit erledigt.

Der Umwelt- und Klimaschutz ist für die Deutschen im Vorfeld der Bundestagswahl das wichtigste Thema. 28 Prozent der Befragten nannten diesen Bereich im aktuellen ARD-„Deutschlandtrend“ an erster oder zweiter Stelle. Mit deutlichem Abstand und Anteilen von jeweils 19 Prozent folgten gleichauf die Themen Zuwanderung, soziale Ungerechtigkeit sowie die Corona-Pandemie und ihre Folgen.

Sobald es um den eigenen Geldbeutel geht, werden viele beim Klimaschutz allerdings zögerlicher. So lehnte eine klare Mehrheit von 75 Prozent höhere Benzinpreise ab. Dass generell Produkte, Güter und Dienstleistungen entsprechend des bei der Herstellung anfallenden CO2-Ausstoßes verteuert werden, finden dagegen 47 Prozent grundsätzlich richtig, für 45 Prozent geht auch dies in die falsche Richtung.

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Bei Flugreisen finden sogar 65 Prozent höhere Preise mit Rücksicht auf den Klimaschutz gerechtfertigt, nur 31 Prozent sind dagegen. Eine eindeutige Mehrheit von 58 Prozent würde auch ein Tempolimit von 130 Stundenkilometern auf Autobahnen begrüßen, 40 Prozent sind hier anderer Meinung. Einen Umstieg vom Verbrennungsmotor auf Elektroautos befürworten dagegen 37 Prozent, während 57 Prozent dies ablehnen.

Geteilter Meinung sind die Deutschen bei der Verteuerung von Lebensmitteln wie Fleisch, Milch, Wurst, Eiern und Käse. 48 Prozent fänden dies laut der Umfrage des Instituts infratest dimap richtig, eine etwa ebenso große Gruppe fände das falsch.

Eine klare Mehrheit von 66 Prozent unterstützt einen weiteren Ausbau der Windenergie und zwar auch dann, wenn dafür Windkraftanlagen in ihrer Nähe gebaut werden sollen. 28 Prozent finden dies nicht gut.

Für die Umfrage befragte infratest dimap von Montag bis Mittwoch 1316 Bürgerinnen und Bürger. Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Infratest dimap nennt beim ARD-Deutschlandtrend eine Fehlertoleranz zwischen 2 und 3 Prozentpunkten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.

(c-st/dpa/AFP)