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ARD-„Deutschlandtrend“: Mehrheit wünscht sich europäische Lösung im Asylstreit

ARD-„Deutschlandtrend“ : Mehrheit für europäische Lösung im Flüchtlingsstreit

Im Asylstreit mit der CSU bekommt Kanzlerin Merkel Rückendeckung aus der Bevölkerung: In einer Umfrage spricht sich eine Mehrheit für eine europäische Lösung aus. Allerdings glauben nur wenige, dass sie zustande kommt.

In der aktuellen Debatte über den Umgang mit Flüchtlingen wünschen sich die meisten Deutschen offenbar eine Lösung auf europäischer Ebene: Im aktuellen ARD-„Deutschlandtrend“ von Infratest dimap sprachen sich 75 Prozent dafür aus. Nur jeder Fünfte (22 Prozent) fände es dagegen sinnvoller, eigene nationale Lösungen anzustreben. Die Befürworter einer Einigung auf EU-Ebene sind der Umfrage zufolge in allen Gruppen der Bevölkerung zu finden. Demnach teilen diese Meinung die Anhänger fast aller Parteien - eine Ausnahme macht die AfD.

Allerdings glauben nur 36 Prozent der Wahlberechtigten, dass eine europäische Lösung bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise in naher Zukunft zustande kommt. Die Mehrheit der Befragten (59 Prozent) ist mit Blick auf eine rasche Verständigung skeptisch.

Hintergrund des Asylstreits ist die Ankündigung von Innenminister Horst Seehofer (CSU), Asylbewerber, die bereits in einem anderen EU-Land registriert wurden, an der Grenze abzuweisen. Die Kanzlerin ist gegen diesen „nationalen Alleingang“ und möchte auf dem EU-Gipfel an diesem Donnerstag und Freitag für eine „europäische Lösung“ in der Flüchtlingspolitik werben. Die SPD steht in dieser Frage hinter Merkel.

In der Sonntagsfrage legen Union und SPD im Vergleich zum Vormonat jeweils um einen Prozentpunkt zu: CDU und CSU erreichen 32 Prozent, die SPD klettert auf 19 Prozent. Die AfD verliert einen Punkt auf 14 Prozent. Die FDP landet unverändert bei 8, die Grünen verharren bei 13 Prozent. Die Linke sackt um einen Punkt auf 9 Prozent ab.

Für den Deutschlandtrend befragte Infratest dimap am Montag und Dienstag 1025 Wahlberechtigte. Die Fehlertoleranz liegt bei 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten.

(wer/dpa/rtr/AFP)