ARD-„Deutschlandtrend“ im August 2018: Union verliert - AfD gewinnt hinzu

ARD-„Deutschlandtrend“ : Union verliert an Zustimmung - AfD gewinnt hinzu

Der Asylstreit zwischen CDU und CSU hat die große Koalition Anfang Juli an den Abgrund geführt. Eine neue Umfrage zeigt: Gebracht hat es der Union wohl nichts, im Gegenteil. Dagegen wächst die Zustimmung zur AfD.

CDU und CSU sind im ARD-„Deutschlandtrend“ auf 29 Prozent gesunken. Das ist der tiefste Wert, der in der Umfrage von Infratest dimap je für die Union gemessen wurde. Die AfD klettert dagegen auf 17 Prozent und erreicht damit den bisher höchsten Wert in der Umfrage der ARD.

Allerdings sind die Veränderungen insgesamt gering: Die Union verliert im Vergleich zur letzten Erhebung von Anfang Juli einen Prozentpunkt, die AfD gewinnt einen hinzu. Die SPD erreicht unverändert 18 Prozent, bleibt also noch vor der AfD. Die Grünen verbessern sich auf 15 Prozent (+1), die Linke kommt auf 9 Prozent (unverändert), die FDP auf 7 Prozent (-1). Im „Sonntagstrend“ des Meinungsforschungsinstituts Emnid für die „Bild am Sonntag“ war die Union ebenfalls unter 30 Prozent gerutscht.

In der Umfrage für die ARD würden Union und SPD zusammen nur noch 47 Prozent erzielen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. Das ist der geringste Rückhalt in der Wahlbevölkerung, der für die derzeitigen Koalitionspartner bisher im „Deutschlandtrend“ registriert wurde. Zugleich ist die Zustimmung zur Arbeit der Koalition aber gestiegen. Aktuell sind 25 Prozent der Befragten mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden, 4 Prozentpunkte mehr als im Vormonat. 74 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden (-4).

In der Umfrage sagten die Teilnehmer auch, welche Politikthemen sie beschäftigen. Für 69 Prozent ist die Gesundheits- und Pflegepolitik sehr wichtig, für 55 Prozent das Thema Kriminalität, für 52 Prozent die Klimapolitik und für 51 Prozent die Frage nach bezahlbarem Wohnraum. Das Thema Asylpolitik schätzen 39 Prozent als sehr wichtig ein. Zugleich halten 62 Prozent der Befragten die Integration von schon seit Jahrzehnten in Deutschland lebenden Migranten für sehr gut oder gut gelungen. Die gegenteilige Meinung haben 33 Prozent.

So wird die Arbeit der Kanzlerin und der Minister bewertet:

  • Außenminister Heiko Maas (SPD) legt zu. Mit 48 Prozent (+8) Zustimmung steht er nun an die Spitze der beliebten Politiker.
  • Mit der Arbeit von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sind 46 Prozent (+2) der Deutschen sehr zufrieden beziehungsweise zufrieden.
  • Auf 46 Prozent Zustimmung kommt auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die damit aber im Vergleich zum Juli zwei Punkte verliert.
  • Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erreicht 45 Prozent (-1) Zustimmung.
  • Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) kommt auf 39 Prozent (-1).
  • Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) klettert auf 28 Prozent (+2). Die kritischen Bewertungen überwiegen bei ihm allerdings deutlich, ebenso wie bei von der Leyen.
  • Mit der Arbeit von Bundesinnenminister Horst Seehofer sind unverändert nur 27 Prozent sehr zufrieden oder zufrieden, der CSU-Vorsitzende verharrt damit in seinem Rekordtief.
  • Die Arbeit von SPD-Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles beurteilen 34 Prozent (-2) positiv.

Im ARD-„Deutschlandtrend“ wurde auch nach der Arbeit der Opposition gefragt:

  • Der FDP-Partei- und Fraktionsvorsitzende Christian Lindner erreicht unverändert 32 Prozent Zustimmung.
  • Linken-Chefin Katja Kipping bekommt 22 Prozent (+3).
  • Mit der Arbeit der AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel sind 12 Prozent (+3) sehr zufrieden oder zufrieden.
  • Die Grünen-Vorsitzenden Annalena Baerbock bekommt nur 10 Prozent Zustimmung. Allerdings konnten 73 Prozent der Befragten mangels Bekanntheit kein Urteil über Baerbock und ihre Arbeit abgeben.

Für den ARD-„Deutschlandtrend“ befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap am Montag und Dienstag 1008 Wahlberechtigte. Die Fehlerquote wurde mit 1,4 bis 3,1 Prozentpunkte angegeben.

(wer/dpa/rtr)
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