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Annegret Kramp-Karrenbauer nicht bei der Amtsübergabe - warum?

Ehemalige Bundesverteidigungsministerin : Warum Kramp-Karrenbauer nicht zur Amtsübergabe erschienen ist

Die frühere Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer war die einzige Ressortchefin, die bei der Amtsübergabe nicht öffentlich aufgetreten ist. In Berlin fragt man sich freilich, warum sie beim Empfang ihrer Nachfolgerin gefehlt hat. AKK erklärt sich.

Der neue Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) schenkte seinem Vorgänger Peter Altmaier (CDU) vor laufenden Kameras ein Buch und ein „hippes“ Armband, der neue Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) dankte seinem gerührten Vorgänger Jens Spahn (CDU) mit einem Nussknacker in der Hand. Ob in den Ministerien oder im Kanzleramt, die Amtsübergaben am Mittwoch wurden freundschaftlich, vor allem öffentlich in Anwesenheit der neuen und alten Ressortchefs vollzogen. Mit einer Ausnahme: Wo war Annegret Kramp-Karrenbauer? Die Gerüchteküche brodelt.

Die frühere Verteidigungsministerin und CDU-Chefin war nirgends zu sehen, als ihre Nachfolgerin Christine Lambrecht (SPD) am Mittwochabend mit militärischen Ehren von der Bundeswehr empfangen wurde. Doch AKK war im Berliner Dienstsitz des Ministeriums. Jetzt wird getuschelt, dass die Saarländerin womöglich verärgert gewesen ist, weil das Umfeld der neuen Ministerin Druck auf langjährige Mitarbeiter gemacht haben soll, möglichst rasch ihre Büros zu räumen. Bestätigt wurde das am Donnerstag aber nicht.

Kramp-Karrenbauer sagte dann auch unserer Redaktion, es gebe keine Verärgerung. Sie sei Profi und kenne das Geschäft. Ihre Abwesenheit bei der Amtsübergabe an Nachfolgerin Lambrecht (SPD) erklärte sie mit protokollarischen Gründen. Der Ablauf sei vom Protokoll des Bundesverteidigungsministeriums festgelegt. „Ich bin zu diesem Zeitpunkt ja schon keine Ministerin mehr gewesen“, so Kramp-Karrenbauer.

Daher sei der Empfang der neuen Ministerin mit militärischen Ehren durch den Generalinspekteur der Bundeswehr erfolgt. Zugleich betonte Kramp-Karrenbauer, es habe auch ein Übergabefoto von ihr und Lambrecht sowie ein vertrauliches Vier-Augen-Übergabegespräch gegeben. „Das hat alles so stattgefunden.“ Das einstündige Gespräch sei sehr offen und konstruktiv gewesen. „Wir hatten auch schon am Vorabend miteinander telefoniert.“

Zum Abschied „Die glorreichen Sieben“

Inzwischen steht auch fest, welche Lieder sich die Saarländerin für den Großen Zapfenstreich der Bundeswehr zu ihren Ehren wünscht. Nach Informationen unserer Redaktion soll die Titelmelodie aus dem 1960 gedrehten Western „Die glorreichen Sieben“ gespielt werden. AKK will sich mit der Filmmusik bei engen Mitstreitern bedanken. Darüber hinaus wird als Dankeschön an die Bundeswehr das Soundsignal „Wir dienen Deutschland“ erklingen. Für ihre Familie soll das Stabsmusikkorps der Bundeswehr den Soultitel „Higher and Higher“ von Jackie Wilson spielen. Die Bundeswehr will sich am 15. Dezember mit einem Großen Zapfenstreich von Kramp-Karrenbauer verabschieden. Dann ist endgültig Schluss mit der großen Politik für AKK.