Annegret Kramp-Karrenbauer fand Festival mit Feine Sahne Fischfilet „einfach nur wow“

Band bei "Wir sind mehr"-Konzert : Kramp-Karrenbauer fand Festival mit Feine Sahne Fischfilet selbst "einfach nur wow"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das Protestkonzert in Chemnitz unterstützt - und wurde dafür von CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer kritisiert - unter anderem wegen der Band Feine Sahne Fischfilet. Dabei dürfte "AKK" sie selbst noch gut kennen.

„Sehr kritisch“ fand es CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer am Montag, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf Facebook das Protestfestival in Chemnitz mit der linken Punkband Feine Sahne Fischfilet unterstützt hat. Ihr Argument: Die Rostocker Musiker riefen in einigen Songs zu Gewalt gegen Polizisten auf.

Nun hält ihr die SPD den Spiegel vor: Generalsekretär Lars Klingbeil verwies via Twitter in der Nacht zum Dienstag auf einen Facebook-Eintrag der CDU-Spitzenfrau von Mitte August 2016, in dem sich „AKK“ begeistert über das Festival „Rocko del Schlacko“ äußert, kombiniert mit einem Video-Schnipsel. „Einfach nur wow!“, schrieb sie damals enthusiastisch. Auf dem Festival spielten jedoch auch Feine Sahne Fischfilet.

Die Verfassungsschützer in Mecklenburg-Vorpommern hatten Feine Sahne Fischfilet zwischenzeitlich wegen „linksextremistischer Bestrebungen“ in ihrem jährlichen Bericht erwähnt, seit längerem jedoch nicht mehr. In einem ihrer Lieder, „Staatsgewalt“, heißt es unter anderem: „Die Bullenhelme, die sollen fliegen, eure Knüppel kriegt ihr in die Fresse rein.“ Und in dem Song „Wut“ findet sich die Zeile: „Bin bei weitem nicht frei von Sünde, aber trete vor zum Werfen. Polizist sein heißt, dass Menschen mit Meinungen Feinde sind.“

Unter dem Motto „#wirsindmehr“ spielten am Montagabend neben Feine Sahne Fischfilet auch die Toten Hosen sowie die Rapper von K.I.Z und die Chemnitzer Band Kraftklub vor rund 65.000 Zuschauern. Feine Sahne Fischfilet haben auf Facebook über das Konzert geschrieben, es gehe darum, „dass man auch mal ernsthaft checkt, dass Faschos keine kleine Randgruppe sind und dass die Mitte der Gesellschaft kein Problem mehr mit rechtsradikalen Positionen hat“.

(mba/dpa)
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