Angela Merkel zur Seenotrettung: Kanzlerin fordert Wiederaufnahme

Mission Sophia : Merkel fordert Wiederaufnahme der europäischen Seenotrettung

Bundeskanzlerin Angela Merkel plädiert für eine Wiederaufnahme der staatlich organisierten Seenotrettung von Migranten im Mittelmeer. Das ist ihrer Ansicht nach genauso notwendig wie die Bekämpfung von Schleusern.

"Sicherlich wäre es gut, wir hätten auch heute wieder eine Mission Sophia und staatliche Schiffe, die retten würden", sagte Merkel am Donnerstagabend in Berlin bei einem Empfang zum Zapfenstreich für die ehemalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Seenotrettung sei ebenso notwendig wie die Bekämpfung von Schleusern.

Im Rahmen des europäischen Seenotrettungseinsatzes Sophia waren seit 2015 Zehntausende Migranten aus dem Mittelmeer gerettet worden. Vor einigen Monaten wurde der Marine-Einsatz eingestellt, dem Italien heftigen Widerstand entgegenbrachte. Deutschland hatte sich für eine Fortsetzung der Seenotrettung starkgemacht.

Derzeit liegt die „Open Arms“ der gleichnamigen spanischen Hilfsorganisation vor Lampedusa. 147 Migrantinnen und Migranten warten bereits seit zwei Wochen darauf, an Land gehen zu dürfen.

Fünf von ihnen sei das am Donnerstag aus „psychologischen“ Gründen gestattet worden, twitterte die Hilfsorganisation Open Arms. Auch Begleiter von ihnen seien mit nach Lampedusa gegangen, während es für die anderen Migranten und Flüchtlinge an Bord noch immer keine Erlaubnis gebe.

Zwei Wochen nach der Rettung von Migranten von seeuntauglichen Schmugglerbooten hat die „Open Arms“ den Anker in der Nähe von Lampedusa ausgeworfen. In den Hafen dort darf sie nicht, das hat der italienische Innenminister Matteo Salvini verboten.

Wenige Stunden zuvor hatten sich sechs europäische Länder - Frankreich, Deutschland, Rumänien, Portugal, Spanien und Luxemburg - bereit erklärt, die insgesamt 147 Migranten vom Schiff aufzunehmen.

(zim/Reuters/dpa)