Angela Merkel trifft Wladimir Putin: Deutsche Firmen fordern Ende der Russland-Sanktionen

Merkel trifft Putin : Deutsche Firmen fordern Ende der Russland-Sanktionen

Kanzlerin Merkel empfängt am Samstag Russlands Präsidenten Putin. Es dürfte um Syrien, die Ukraine und die Gas-Pipeline Nord Stream 2 gehen. Die deutsche Wirtschaft setzt große Hoffnungen in das Treffen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will bei ihrem Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin an diesem Samstag auch über ein mögliches Syrien-Treffen sprechen. Einen genauen Termin dafür gebe es noch nicht, sagte Merkel am Freitag in Berlin. Bisher war ein Termin in der ersten Septemberhälfte in der Türkei im Gespräch.

Die Kanzlerin verteidigte das Format des Treffens mit Russland, Frankreich, der Türkei und Deutschland. Ein solches Treffen könne sinnvoll sein, sagte die Kanzlerin. In der kasachischen Hauptstadt Astana waren im vergangenen Jahr auf Betreiben Russlands, der Türkei und Syriens erstmals syrische Konfliktparteien zu Gesprächen zusammengekommen.

In Meseberg will Merkel mit Putin auch über den Ukraine-Konflikt sowie die wirtschaftliche Zusammenarbeit sprechen. Dabei dürfte es um die umstrittene Gas-Pipeline Nord Stream 2 gehen. Russland und Deutschland halten an dem Milliarden-Projekt fest - trotz Kritik aus den osteuropäischen EU-Staaten und trotz drohender Sanktionen der USA. Aber Deutschland dringt darauf, dass Russland Erdgas weiterhin auch durch die Ukraine leitet und dem Nachbarland Einnahmen aus dem Transit verschafft. Spezielle Ergebnisse seien bei dem Arbeitstreffen nicht zu erwarten, sagte Merkel. Es gehe um kontroverse Themen, aber auch darum, wie man gemeinsame Lösungen finden könne.

Die deutsche Wirtschaft erhofft sich von dem Treffen zwischen Merkel und Putin einen „Einstieg in den Ausstieg“ aus den Sanktionen gegen Russland. Sonst verschärfe sich die Lage durch neue Strafmaßnahmen der USA gegen russische Firmen und deren ausländische Geschäftspartner, warnte die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) in Moskau. Durch die neuen US-Sanktionen drohe „massiver Schaden“, sagte AHK-Vorstand Matthias Schepp. Einer Umfrage der Kammer unter den in Russland tätigen deutschen Unternehmen zufolge forderten 37 Prozent der Mitgliedsfirmen ein sofortiges Ende der westlichen Wirtschaftsbeschränkungen gegen Russland. 57 Prozent seien für einen schrittweisen Abbau.

Die EU und die USA haben 2014 Sanktionen verhängt, als Russland sich die ukrainische Halbinsel Krim einverleibte und Separatisten in der Ostukraine unterstützte. In der nächsten Woche sollen weitere US-Strafen in Kraft treten, die unter anderem Dollar-Geschäfte mit Russland treffen könnten. Anlass ist der Giftanschlag auf den russischen Ex-Agenten Sergej Skripal in Großbritannien, für den London und Washington Moskau verantwortlich machen.

(wer/dpa)
Mehr von RP ONLINE