1. Politik
  2. Deutschland

Angela Merkel sorgt für Aufregung - obwohl sie nicht mehr da ist

Berliner Republik : Aufregung um ein Berliner Phantom

Seit gut sechs Wochen ist Angela Merkel „Bundeskanzlerin a.D.“ - außer Dienst. In der Öffentlichkeit ist sie seither kaum aufgetaucht. Jetzt ist zumindest klar, was sie künftig nicht machen will.

Schaut man auf Meinungsumfragen, so erfährt man gerade Erstaunliches: Eine politische Persönlichkeit, die gar nicht mehr im Amt ist, bleibt Umfrage-Königin. Im ZDF-Politbarometer von Mitte Januar liegt die ehemalige Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Beurteilung nach Sympathie und Leistung weiterhin an der Spitze. Bei der Frage „Was halten Sie von?“ erreicht die Ex-Bundeskanzlerin auf einer Skala von +5 bis -5 einen Wert von 2,5. Der amtierende Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) liegt mit 1,9 klar dahinter.

Auch in New York bei den Vereinen Nationen schätzt man Merkel offenbar: UN-Generalsekretär Antonio Guterres wollte ihr den Vorsitz in einem hochrangigen Beratungsgremium vorschlagen, das sich mit globalen öffentlichen Gütern beschäftigt. Merkels Büro ließ ausrichten, dass die ehemalige Kanzlerin sich in einem Telefonat bedankt und dabei gleichzeitig mitgeteilt habe, dass sie das Angebot nicht annehmen werde.  

Die Sehnsucht nach der 67-Jährigen scheint auch bei der CDU gerade noch groß. Der neue CDU-Vorsitzende Friedrich Merz wollte nach  seiner Wahl beim Parteitag gerne mit ihr und anderen Ex-Vorsitzenden essen gehen. Aus „terminlichen Gründen“ konnte die Kanzlerin a.D. allerdings nicht.

Und auch Ehrenvorsitzende ihrer Partei will Merkel nicht werden. Das teilte wiederum der scheidende Vorsitzende Armin Laschet mit - was Merkel wiederum mancher in der Partei übel nahm. Warum eigentlich?  Im Falle von Helmut Kohl ging das mit dem Ehrenvorsitz ja nicht ganz so gut aus, Stichwort CDU-Spendenaffäre. Und Friedrich Merz wird es auch schätzen, wenn Merkel nicht mehr im Adenauer-Haus auftaucht, um vom Recht des Ehrenvorsitzes, weiter an Sitzungen teilzuhaben, Gebrauch zu machen.

Was also treibt die Altkanzlerin so? Sie wurde vor ihrem Büro in der Straße Unter den Linden mehrfach gesichtet. Und kauft im KaDeWe im Westen der Stadt ein, so berichten es Berliner Boulevard-Blätter. Ansonsten ist sie seit dem 8. Dezember ein Phantom. Und wird es sicher noch eine Weile bleiben.

(mün)