Angela Merkel: Bundeskanzlerin wirbt im Bundestag um Brexit-Verschiebung

Kanzlerin im Bundestag : Merkel wirbt für geplante Brexit-Verschiebung

Kanzlerin Angela Merkel hat sich im Bundestag für eine weitere Verschiebung des Brexit ausgesprochen. Sie will so einen ungeordneten Austritt Großbritanniens verhindern.

Unmittelbar vor dem EU-Sondergipfel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel für die geplante Verschiebung des Brexits geworben, um einen ungeregelten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union zu verhindern. „Die Bundesregierung ist weiterhin sehr an einem geordneten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union interessiert“, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch im Bundestag. „Es kann gut sein, dass es eine längere Verlängerung als die von der britischen Premierministerin erbetene ist.“

Merkel sagte weiter: „Ich glaube, dass die Verlängerung so kurz wie möglich sein sollte, aber sie sollte uns auch eine gewisse Ruhe geben, dass wir uns nicht alle zwei Wochen wieder mit dem gleichen Thema befassen müssen.“ Es sei richtig, dass die 27 Mitgliedsstaaten beschlossen hätten, wenn möglich die Wünsche Großbritanniens bei ihren Entscheidungen zu berücksichtigen. „Deshalb trete ich dafür ein, wenn es dafür heute eine breite Mehrheit gibt, dass wir die Verlängerung durchaus über mehrere Monate machen können, aber nichts hinauszögern, sondern dann, wenn Großbritannien entschieden hat, auch der Austritt sofort erfolgen kann.“

Die britische Premierministerin Theresa May wollte am Abend bei dem Sondergipfel für eine Verlängerung der Austrittsfrist bis zum 30. Juni werben. EU-Ratspräsident Donald Tusk hat hingegen eine Verzögerung um bis zu zwölf Monate vorgeschlagen - mit der Option, die Staatengemeinschaft früher zu verlassen, wenn eine Einigung auf einen Brexit-Deal gelingt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sind die meisten EU-Staaten dafür, den Briten auf dem Sondergipfel einen Aufschub bis zum 31. Dezember oder bis März 2020 anzubieten.

(lukra/dpa)
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