Umweltminister weist Bericht zurück: Altmaier: "Es gibt keine Abwrackprämie"

Umweltminister weist Bericht zurück : Altmaier: "Es gibt keine Abwrackprämie"

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hat einen Zeitungsbericht zurückgewiesen, wonach Hartz-IV-Haushalte eine Art Abwrackprämie für stromfressende Kühlschränke erhalten sollen.Aufgrund der steigenden Strompreise rief das Bundeskartellamt die Kunden zu einem Anbieterwechsel auf.

"Es gibt keine Abwrackprämie", sagte Altmaier am Freitag in Berlin. Es gebe zwar "konkrete Überlegungen", wie Menschen mit einem geringen Einkommen die Anschaffung von energiesparenden Haushaltsgeräten ermöglicht werden könne. Entschieden sei aber noch nichts. Bisher gebe es lediglich "unterschiedliche Denkmodelle". "Es ist falsch, zum jetzigen Zeitpunkt über Abwrackprämien zu reden", sagte Altmaier.

Die "Saarbrücker Zeitung" hatte am Freitag unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, die Bundesregierung plane eine Art Abwrackprämie für alte Kühlschränke von Langzeitarbeitslosen. Der Zuschuss solle "signifikant hoch" sein, "so, dass die Geräte tatsächlich angeschafft werden", hieß es demnach. Details des Programms würden jetzt ausgearbeitet, darunter auch Kriterien, welche Art von Kühlschränken bezuschusst würden. Altmaier wolle diese Aktion so schnell wie möglich starten, spätestens im kommenden Jahr.

Kartellamt rät zu Anbieterwechsel

Altmaier hatte im Oktober einen Runden Tisch zum Stromsparen ins Leben gerufen und angekündigt, dass jedem Haushalt bis 2020 eine kostenlose Energieberatung ermöglicht werden solle. An diesem Mittwoch ging die an sein Ministerium angebundene Internetplattform www.die-stromsparinitiative.de online, auf der Bürger nach Einsparpotenzialen bei ihrem Stromverbrauch suchen können.

In den vergangenen Tagen haben Millionen Haushalte von ihren Versorgern erfahren, dass die Strompreise zum Jahresanfang steigen werden, insbesondere wegen des massiven Anstiegs der Ökostrom-Umlage. Angesichts der Erhöhungen rät das Bundeskartellamt zu einem Anbieterwechsel. Dies könne "in vielen Fällen zu erheblichen Einsparungen führen", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt der "Süddeutschen Zeitung". "Man kann gar nicht eindringlich genug an die Verbraucher appellieren, Preise zu vergleichen und von ihren Wechselmöglichkeiten Gebrauch zu machen."

Ähnlich äußerte sich Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). "Ein Blick ins Internet lohnt immer", sagte er der "SZ".
"Wer Anbieter und Strompreise vergleicht, kann oft Geld sparen."

(AFP)