Alice Weidel: Schäuble rügt AfD-Politikerin für „Kopftuchmädchen“ und „Messermänner“

Generaldebatte im Bundestag: Schäuble rügt Weidel für „Kopftuchmädchen“ und „Messermänner“

Die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel provoziert mit harschen Worten zum Auftakt der Generalaussprache im Bundestag. Dafür handelt sie sich eine Rüge von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble ein.

Die 39-jährige Weidel hatten die Einwanderungs- und Asylpolitik der Bundesregierung angegriffen und gesagt: „Burkas, Kopftuchmädchen und alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse werden unseren Wohlstand, das Wirtschaftswachstum und vor allem den Sozialstaat nicht sichern.“

Schäuble sagte dazu, damit diskriminiere Weidel alle Frauen, die ein Kopftuch trügen. „Dafür rufe ich Sie zur Ordnung.“ Aus dem Plenum waren Buh- und Pfui-Rufe zu hören.

Weidel kritisiert GroKo für „absurde Steuerpolitik“

Weidel warf Union und SPD ein Tarnen und Täuschen in der Haushaltspolitik vor. Die Regierungsparteien redeten von der schwarzen Null, in Wahrheit säßen die Steuerzahler aber auf einem gewaltigen Schuldenberg, kritisierte Weidel. „Pünktlich zur Vorstellung des Haushalts beginnt das Tarnen und Täuschen.“

  • Alice Weidel (Archiv).
    AfD-Politikerin prüft rechtliche Schritte : Farid Bang beschimpft und bedroht Alice Weidel

Die Regierung müsse das Vermögen der Bürger verwalten, und nicht „mit vollen Händen zum Fenster rausschmeißen“, sagte sie. Schwarz-Rot habe der jungen Generation eine „Schattenverschuldung“ wie einen Mühlstein um den Hals gehängt. Mit einer absurden Steuerpolitik würden vor allem Menschen mit mittleren und kleinen Einkommen belastet. Der Grundfreibetrag müsse angehoben werden.

Am Dienstag hatte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) seinen ersten Bundeshaushalt gegen massive Kritik von AfD, FDP, Grünen und Linken verteidigt. Die Kritik reichte von zu hohen Ausgaben nach dem Gießkannenprinzip über zu wenig Investitionen und einer fehlenden großen Steuerreform bis hin zu wenig Klimaschutzausgaben. Bis Anfang Juli soll der Bundestag das Zahlenwerk final beschließen.

(oko/dpa)