Alexander Gaulands (AfD) "Vogelschiss"-Vergleich - ein Kommentar

Kommentar zur „Vogelschiss“-Aussage : Gaulands Hetze

Am Samstag sorgte eine Äußerung von AfD-Fraktionschef Alexander Gauland für Empörung. Die sprachliche Verharmlosung der NS-Zeit ist eine widerliche Grenzüberschreitung.

In Deutschland herrscht Meinungsfreiheit. Auch für die AfD. Man tut auch ganz gut daran, die Äußerungen mancher Funktionäre nicht mit der gleichen Aggressivität zu kommentieren, wie diese zum Beispiel über Muslime sprechen. Nicht einmal ignorieren, ist gelegentlich eine gute Strategie. Dass der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland nun aber die NS-Zeit im Kontext der deutschen Geschichte als „Vogelschiss“ verharmlost und den millionenfachen Mord durch Deutsche kleinredet und sprachlich verächtlich macht, ist allerdings eine widerliche Grenzüberschreitung.

Ist das schon Volksverhetzung im juristischen Sinne? Ähnlich wie sein Parteikumpel Björn Höcke, der eine erinnerungspolitische 180-Grad-Wende in Deutschland forderte, hat Gauland nicht verstanden, dass die NS-Zeit keine Episode war. Sie war ein einmaliger Zivilisationsbruch. Die Erinnerung an das Verbrechen und die Lehre daraus – „Nie wieder“ – können gar nicht präsent genug sein und müssen sogar wieder stärker ins Bewusstsein, weil die Zeitzeugen rar werden. Herr Gauland ist kein moderner Konservativer, kein rechter Intellektueller, wie er es gerne verbreiten lässt. Herr Gauland ist ein plumper Hassprediger und Hetzer. Mehr nicht.

(brö)
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