Aktivisten stören Rede - Wolfgang Schäuble reagiert mit Humor

Uni Köln : Aktivisten stören Rede - Schäuble reagiert mit Humor

Wolfgang Schäuble ist am Mittwochabend bei einer Rede an der Universität zu Köln von Aktivisten gestört worden. Der Bundestagspräsident reagierte zunächst mit Humor, wurde dann aber ernst.

Die Gruppe protestierte minutenlang lautstark unter anderem gegen deutsche Militäreinsätze, rief immer wieder dazwischen. Schäuble antwortete zunächst mit Humor: „Gegen einen alten Mann anzuschreien, hat doch keinen Zweck.“

Als die Störer auch nach mehrfachen Aufforderungen nicht verstummten, wurde er hingegen ernst: „Gestern hat ein verrückter Verbrecher in Halle zwei Menschen ermordet. Wenn wir so anfangen, miteinander umzugehen, dann enden wir genau da. Und das wollen wir nicht wieder.“

Auf die Frage, ob er glaube, dass auch die AfD ihren Anteil an dem tödlichen Angriff in Halle an der Saale am Mittwoch habe, den er als „Schande von Halle“ bezeichnete, antwortete er: „Wie wir im Parlament unsere Auseinandersetzungen führen, hat Folgen für die Gesellschaft. Wenn wir es nur noch mit Schreikrämpfen und Parolen machen, dann werden aus Worten Taten. Das haben wir gestern gesehen. Die Nachahmereffekte werden immer größer.“

In seiner Rede plädierte der Bundestagspräsident für Meinungsfreiheit – auch dann, wenn sie unbequem sei: „Wir sind an einem gefährlichen Punkt, wenn es heißt, ,man wird doch noch mal sagen dürfen'. Man darf sagen!“ Es sei fatal, durch den „Mainstream von Political Correctness in der Meinungsfreiheit eingeschränkt“ zu sein.

Kritik an der Klimapolitik der Bundesregierung ließ er sich gefallen: „Ich finde es nicht überzeugend, dass wir internationale Klimaziele vereinbaren und dann selber sagen, wir können uns nicht daran halten. Das geht nicht.“ Er hob die klimapolitische Bedeutung Afrikas hervor: „Jeder Euro, den wir in Afrika in das Klima investieren, hat mehr Effizienz als der zehnfache Betrag, den wir hier investieren. Afrika als Kontinent ist die Schicksalsfrage für Europa in den kommenden Jahrzehnten.“

Mehr von RP ONLINE