1. Politik
  2. Deutschland

OECD-Studie: Akademiker-Mangel in Deutschland

OECD-Studie : Akademiker-Mangel in Deutschland

Berlin (rpo). Deutschland bildet zu wenig Akademiker aus. Das ist das Ergebnis einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Nur in der tschechischen Republik, Österreich und der Türkei schließen noch weniger junge Menschen ein Studium ab.

Der Anteil von Hochschulabsolventen eines Jahrgangs in Deutschland stieg zwar von 19,3 auf 20,6 Prozent. Die meisten anderen OECD-Länder schafften aber weitaus mehr, dass sich der OECD-Durchschnitt von 27,5 auf 34,8 Prozent erhöhte.

Deutschland gleicht laut OECD die Rückstände in der Hochschulausbildung zwar langsam aus. Dies zeige sich auch an den gestiegenen Zahlen von Studienanfängern. Dieser Prozess vollziehe sich aber weit langsamer als in den meisten OECD-Staaten. Das Potenzial an Studenten sei zudem weitgehend ausgeschöpft, da nur ein vergleichsweise geringer Anteil der Schüler die Hochschulreife erwerbe.

Als positiv bewertet die OECD die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen. OECD-Bildungsexperte Andreas Schleicher warnte jedoch, wegen der geburtschwachen Jahrgänge, die künftig die Schule verließen, werde Deutschland "den steigenden Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften so nicht befriedigen können."

Bei den Basisqualifikationen für den Arbeitsmarkt, zu denen Abitur oder eine abgeschlossene Lehre gehören, steht Deutschland dagegen traditionell gut da: Im Jahr 2004 hatten 85 Prozent der 25- bis 34-Jährigen einen so genannten Sekundarstufe-II-Abschluss. Dieser Wert werde nur von sieben OECD-Ländern signifikant, also um mehr als fünf Prozentpunkte, übertroffen.

Deutschland gibt im internationalen Vergleich auch weniger Gelder als andere Länder für Bildung aus. Anders als in vielen anderen Staaten stagnierten die Ausgaben für diesen Bereich. Laut OECD lag der Anteil öffentlicher und privater Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2003 mit 5,3 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt von 5,9 Prozent.

Hier geht es zur Infostrecke: Akademiker-Mangel in Deutschland

(afp)