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Afrikanische Schweinepest: Verdacht auf Ausbruch in Deutschland - Brandenburg

Wildschwein in Brandenburg : Verdacht auf Afrikanische Schweinepest in Deutschland

Die Afrikanische Schweinepest ist zwar für Menschen ungefährlich, aber für Tiere hochansteckend und tödlich - und ein Ausbruch zieht meist Importverbote nach sich. Deshalb fordert ein Politiker bereits einen Krisenstab.

In Deutschland ist womöglich die Afrikanische Schweinepest (ASF) aufgetreten. Das Bundeslandwirtschaftsministerium gab am Mittwoch einen amtlichen Verdachtsfall in Brandenburg bekannt. Ein Wildschwein-Kadaver, der wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze im Spree-Neisse-Kreis gefunden wurde, wird demnach nun virologisch untersucht. Nach Abschluss der Analyse werde das Bundeslandwirtschaftsministerium am Donnerstag über das Ergebnis informieren. Die Afrikanische Schweinepest ist hoch ansteckend für Haus- und Wildschweine und endet meist tödlich. Für Menschen hingegen ist die Tierseuche ungefährlich.

Im Januar hatte sich die Bundesregierung besorgt gezeigt über die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASF) im polnischen Grenzgebiet zu Deutschland. Die Krankheit wird von Wildschweinen übertragen und ist bei Schweine-Züchtern gefürchtet. China und andere asiatische Länder verhängen in der Regel Importverbote für Fleisch aus Regionen, in denen ASF festgestellt wurde. Deutschland ist einer der größten Schweinefleisch-Exporteure Europas.

"Mit der Afrikanischen Schweinepest steht uns die Bekämpfung einer weiteren ernst zu nehmenden Seuche im tierischen Bereich bevor. Sollte sich der Verdacht erhärten, brauchen wir einen Krisenstab, der die Maßnahmen zur Eindämmung der Seuche koordiniert", sagte der jagdpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Karlheinz Busen. Dazu gehöre auch die Möglichkeit der Arbeitsfreistellung von Jägern nebst Gewährung einer Verdienstausfallentschädigung. Es geht nun darum, eine weitere Ausbreitung und eine Übertragung des Virus auf Hausschweinbestände um jeden Preis zu verhindern."

Der Sprecher des brandenburgischen Verbraucherschutzministeriums, Gabriel Hesse, sagte der dpa, erst wenn das nationale Referenzlabor den Verdacht ebenfalls bestätige, könne von einem Ausbruch gesprochen werden. Das Landeskrisenzentrum und die kommunalen Krisenzentren seien aktiviert. Erste Schutzmaßnahmen würden vorbereitet. In den vergangenen Jahren habe es mehrere Großübungen zum Umgang mit Tierseuchen gegeben.

Für das Krisenmanagement sind die örtlichen Behörden zuständig. Wird die Schweinepest bei einem Wildschwein festgestellt, wird nach Angaben des Bundesministeriums generell ein „gefährdeter Bezirk“ festgelegt und eine Pufferzone eingerichtet, die nicht von der Tierseuche betroffen ist. Hausschweine und Schweinefleisch dürfen dann aus diesen Gebieten - bis auf Ausnahmen - nicht herausgebracht werden. Im Fall eines Ausbruch bei Hausschweinen müssten alle Tiere betroffener Höfe getötet werden. Zudem sind Sperrbezirke im Radius von mindestens drei Kilometern um den Betrieb und Beobachtungsgebiete im Umkreis von mindestens zehn Kilometern einzurichten.

Eine mögliche Verbreitung der Tierseuche über größere Entfernungen wird vor allem durch Menschen angenommen. Daher rufen die Behörden seit Jahren Auto- und Lkw-Fahrer aus Osteuropa auf, keine rohe Wurst außerhalb von Mülleimern wegzuwerfen, da Fleischprodukte das Virus in sich tragen und von Wildschweinen gefressen werden könnten. Das seit längerem in Osteuropa auftretende Virus war 2018 auch im Nachbarland Belgien entdeckt worden, rund 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

In Westpolen war der Schwerpunkt des Infektionsgeschehens nach Angaben der Bundesregierung im August wieder etwas in Richtung Osten von Deutschland abgerückt. Brandenburg hatte wegen der grenznahen Fälle in Polen in den beiden Landkreisen Oder-Spree und Spree-Neiße sowie in der Stadt Frankfurt (Oder) einen 120 Kilometer langen Elektroschutzzaun an der Grenze errichtet. Er soll Wildschweine aufhalten. Auch am sächsischen Grenzverlauf wurde ein Zaun gebaut.

In Brandenburg wurden nach Angaben des Landesbauernverbands vom November 2019 rund 750 000 Schweine in etwa 170 Betrieben gehalten. Von dort werden Ferkel insbesondere in andere Bundesländer und EU-Staaten exportiert. Der Landesbauernverband und der Deutsche Jagdverband hatten nach den Fällen in Polen zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen. Landwirte ergriffen strenge Sicherheitsmaßnahmen.

(peng/Reuters/dpa)