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AfD und konservative Werteunion sollen sich heimlich getroffen haben

„Seit geraumer Zeit“ : NRW-AfD-Politiker erzählt von Geheimtreffen mit konservativer Werteunion

Gibt es Geheimtreffen zwischen Politikern der AfD und der konservativen Werteunion? Der NRW-Landessprecher behauptet dies, von der Werteunion gibt es klare, deutliche Worte.

In der Debatte um einen möglichen Kontakt zwischen der Alternativen für Deutschland und der konservativen Werteunion, hat der NRW-Landessprecher der AfD behauptet, beide Seiten würden sich seit geraumer Zeit im Austausch befinden. „Erste Gespräche begannen vor circa sechs Monaten. Seitdem haben sich die Kontakte intensiviert", sagte Rüdiger Lucassen dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (KSTA.) Von bis zu sieben Treffen oder Telefonaten monatlich ist die Rede. Bei den Gesprächspartnern handle es sich um eine Handvoll Mitglieder der Werteunion sowie CDU-Bundestagsabgeordnete. Die Treffen würden in „lockerer Atmosphäre“ abseits des Plenums stattfinden, meist in NRW, in gemieteten Räumen oder auch im privaten Umfeld. Es gehe dabei sowohl um themenbezogene Gespräche als auch um parteipolitische Erwägungen, „um auszuloten, was künftig möglich ist“.

Die Wahl von FDP-Politiker Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten von Thüringen habe dazu geführt, dass der Austausch zwischen AfD und Werteunion verstärkt wurde, sagte Lucassen: „Wir sprechen über eine bürgerliche Koalition, die es in Zukunft geben kann. Der Wähler wird uns das aufzwingen", sagte Lucassen. "Spätestens wenn Frau Merkel nicht mehr im Amt ist.“

Die Werteunion weist die Behauptungen zurück. „Beweise, dass solche Gespräche stattgefunden haben, liegen uns nicht vor“, sagte ein Sprecher dem KSTA. „Die Werteunion hat sich seit ihrer Gründung immer wieder gegen Kooperationen oder Koalitionen zwischen den Unionsparteien und der AfD ausgesprochen. Dem ist nichts hinzuzufügen.“

Unterdessen stellte die Werteunion am Samstag noch einmal klar, dass es keine Zusammenarbeit mit der AfD geben werde. „Die Werteunion lehnt eine Zusammenarbeit mit der AfD und der Linkspartei entschieden ab und hat auch nie eine Zusammenarbeit gefordert. Sie steht voll und ganz hinter den diesbezüglichen Beschlüssen des CDU-Bundesparteitags“, heißt es in einem Beschluss, den der Bundesvorstand am Samstag in Frankfurt auf Vorschlag des Vorsitzenden Alexander Mitsch fasste. „Die AfD vertritt Positionen, die mit unseren Zielen und Werten nicht vereinbar sind.“

Der Beschluss fiel einstimmig unter Beteiligung der Landesvorsitzenden, wie Mitsch der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Darin heißt es, die Werteunion sehe es als ihre Aufgabe an, „als wertkonservatives und wirtschaftsliberales Korrektiv zum Linkskurs der Kanzlerin zu wirken“. Dieser Linkskurs habe das Aufkommen der AfD erst ermöglicht.

Die Werteunion ist ein CDU-naher Verein, der laut eigener Aussage etwa 4000 Mitglieder hat und wertkonservative Positionen vertritt. Sie wird bisher nicht von der CDU offiziell anerkannt. Am vergangenen Mittwoch wurde bekannt, dass der Vorsitzende der Werteunion, Alexander Mitsch, Geld an die AfD gespendet hatte.

(mja mit dpa)