Ausschluss nach Neonazi-Äußerungen Mehr als die Hälfte der AfD-Bundestagsfraktion will Helferich wieder aufnehmen

Berlin · Matthias Helferich hat sich als „das freundliche Gesicht des NS“ bezeichnet. 2021 zog der Dortmunder für die AfD in den Bundestag, verzichtete jedoch auf Fraktionsmitgliedschaft. Nun befürwortete die Mehrheit der AfD seinen Antrag auf Wiederaufnahme - doch das reichte nicht.

 Der im Herbst 2021 über die Landesliste der AfD in Nordrhein-Westfalen in den Bundestag gewählte Dortmunder Matthias Helferich (Archivfoto).

Der im Herbst 2021 über die Landesliste der AfD in Nordrhein-Westfalen in den Bundestag gewählte Dortmunder Matthias Helferich (Archivfoto).

Foto: AfD

Der Dortmunder AfD-Politiker Matthias Helferich bleibt einem Bericht der „Welt“ zufolge weiterhin fraktionsloser Bundestagsabgeordneter. Helferichs Aufnahmeantrag erzielte demnach am Dienstag zwar eine einfache Mehrheit, verfehlte jedoch die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit. 35 Abgeordnete stimmten nach Angaben der Zeitung dem Aufnahmeantrag Helferichs nach mehrstündiger kontroverser Debatte zu, 31 lehnten ihn ab, drei Abgeordnete enthielten sich. Der Politiker war nach der Bundestagswahl 2021 nicht in die AfD-Fraktion aufgenommen worden, nachdem eindeutige Nazi-Äußerungen von ihm öffentlich geworden waren.

Über den Aufnahmeantrag Helferichs hatte am Montag der „Stern“ berichtet. Demnach wandte sich der Dortmunder mit einem Brief an den Fraktionsvorstand.

Der heute 34-jährige Helferich war im Herbst 2021 über die Landesliste der AfD in Nordrhein-Westfalen in den Bundestag gewählt worden. Nach Diskussionen unter den AfD-Abgeordneten gab er nach der Konstituierung des Bundestags bekannt, auf die Mitgliedschaft der Fraktion zu verzichten.

Helferich hatte sich 2017 in einem nicht öffentlichen Facebook-Chat als „das freundliche Gesicht des NS“ bezeichnet. Der AfD-Politiker aus Dortmund erwähnte in dem Chat demnach auch Kontakte in die Neonazi-Szene der Stadt. Sein bürgerliches Image pflege er nur zum Schein.

(peng/AFP)