AfD-Fraktionschefin Alice Weidel postet Video von Stuttgarter Schwertangriff

Nutzer kritisieren „Hetze“ : AfD-Fraktionschefin Weidel postet Video von Stuttgarter Schwertangriff auf Facebook

In Stuttgart soll ein Mann seinen Mitbewohner mit einem „schwertähnlichen Gegenstand“ auf offener Straße getötet haben. Den Vorfall nutzt die AfD nun für ihre Politik. Alice Weidel zeigt ein Video der Tat bei Facebook – versehen mit einem Logo der Bundestagsfraktion.

Die verstörende Tat von Stuttgart hat auch bei der AfD für enorme Entrüstung gesorgt. Auf offener Straße soll am Mittwochabend ein Mann einen anderen Mann mit einem „schwertähnlichen Gegenstand“ erstochen haben.

Ein Video, das die Tat zeigen soll, ist nun im Internet aufgetaucht. Es zeigt offenbar, wie der mutmaßliche Täter auf einer Straße bei Tageslicht hinter einem Auto immer wieder auf etwas einsticht - vermutlich das am Boden liegende Opfer.

Die AfD-Fraktionschefin Alice Weidel teilte das Video am Donnerstagvormittag auf ihrer Facebook-Seite und kommentierte dazu: „Eine weitere, äußerst brutale Attacke erschüttert das von Mord und Totschlag gebeutelte Deutschland. Gestern Abend wurde ein 36-jähriger Mann in Stuttgart mit einem schwertähnlichen Messer in aller Öffentlichkeit regelrecht hingerichtet.“

Bei dem mutmaßlichen Täter aus Stuttgart handelt es sich um einen Syrer, der angeblich seit 2015 in Deutschland leben soll, das teilte die Polizei Stuttgart am Donnerstag mit. Er soll mit seinem Opfer in einer Wohngemeinschaft gelebt haben.

Auch diese Tatsache nimmt Weidel auf und kommentiert im Posting: „Wir sind so satt an den täglichen Morden. Es ist unfassbar, wohin sich unser Land entwickelt. Die innere Sicherheit ist dahin. Ich bin fassungslos!“

Versehen ist das von ihr geteilte Video mit dem Logo der AfD-Bundestagsfraktion. Unter dem Post tummeln sich tausende Kommentare. Viele befürworten die Botschaft von Weidel, es gibt aber auch massenhaft Kritik an dem Handeln der AfD-Fraktionschefin. „Sie sollten aufhören, ständig Ihre Hetze zu verbreiten und nicht alles für ihre niederen politischen Motive zu missbrauchen“, schreibt ein User auf Twitter. Eine andere Nutzerin kommentiert: „Was ist Ihnen passiert, das Sie so widerliches Zeug in die Welt spülen? Für Ihre Hetze, findet man auch kaum noch Worte...

Schon beim Bahnhofsdrama von Frankfurt hatte sich Weidel mehrfach zu Wort gemeldet und die Nationalität des mutmaßlichen Täters, der einen acht Jahre alten Jungen in den Tod gestoßen haben soll, in den Vordergrund gestellt.

In Stuttgart hatte sich der mutmaßliche Täter nach der Tat mit dem Fahrrad abgesetzt. Die Polizei suchte unter anderem mit einem Hubschrauber nach ihm. Am späten Abend nahmen die Beamten einen Mann fest.

Das Verbrechen ereignete sich im südlichen Stadtteil Fasanenhof, der direkt an der Autobahn 8 und der Bundesstraße 27 liegt. Rund um den Tatort stehen viele mehrgeschossige Wohnhäuser.

(mja)
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