ADAC Postbus: Club steigt aus und wehrt sich gegen Vorwürfe

Gelder der Mitglieder verbrannt? : ADAC wehrt sicht gegen Vorwürfe nach Fernbus-Ausstieg

Nach dem Ausflug ins Geschäft mit Fernbusreisen muss sich der ADAC unangenehmen Rückfragen stellen. Das Bundesverkehrsministerium will wissen, welche Kosten zu Lasten der Mitglieder entstanden sind.

Der ADAC hat Sorgen zerstreut, für den gescheiterten Einstieg des Clubs ins Fernbusgeschäft müssten am Ende die Mitglieder zahlen. "Für das Fernbus-Engagement ist kein einziger Euro an Mitgliedsbeiträgen verwendet worden", erklärte ADAC-Geschäftsführerin Marion Ebentheuer am Mittwoch in München. "Sämtliche Investitionskosten wurden vollständig aus den Wirtschaftsaktivitäten des Clubs getragen, die klar vom Verein getrennt sind." Darüber sei auch von Beginn an "vollkommene Transparenz und Klarheit" hergestellt worden.

Nur ein Jahr nach dem Start hat der ADAC am Montag bekanntgegeben, dass er sich wieder aus dem umkämpften Markt für Fernbusse zurückzieht und seine Beteiligung am ADAC Postbus aufgibt. Die Deutsche Post will das Unternehmen künftig allein steuern und das Netz ausbauen.

Damit reagierte Ebentheuer auf Aussagen der parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, Dorothee Bär (CSU). Sie hatte den Automobilclub in der "Bild"-Zeitung (Mittwoch) aufgefordert, offenzulegen, wie viele Mitgliedsgelder bei dem Engagement "verbrannt" worden seien. Der ADAC nannte die Aussagen "mindestens verwunderlich".

Zu den konkreten Kosten des Engagements wollte sich ein ADAC-Sprecher auch am Mittwoch nicht äußern. Das Personal für das Gemeinschaftsunternehmen, an dem die Post und der ADAC jeweils 50 Prozent hielten, wurde von den Gesellschaftern gestellt, und die Busse gehören Subunternehmen. Daher dürften die Kosten überschaubar sein.

(dpa)
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