Streit um Abtreibungs-Werbeverbot SPD-Fraktionsvize Högl löscht umstrittenen Tweet

Berlin · Der Streit um das Werbeverbot für Abtreibungen wird einmal mehr emotional geführt. Die SPD-Abgeordnete Eva Högl attackiert in einem Tweet ihren Koalitionspartner - daraufhin wirft die CSU ihr vor, dass ihr "alle Sicherungen durchgebrannt" seien.

 Eva Högl (Archivbild).

Eva Högl (Archivbild).

Foto: dpa, soe hjb

Es sei ja "so schön einfach und billig" auf die SPD zu schimpfen, hatte Högl am Donnerstagmorgen auf ihrem Twitter-Account geschrieben. "Wie wär's damit, mal die widerlichen 'Lebensschützer*innen' in Union in den Blick zu nehmen und zu kritisieren?" Kurz darauf wurde der Tweet gelöscht, und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Högl nahm ihn zurück.

Hintergrund ist das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche, das in Paragraf 219a des Strafgesetzbuchs geregelt ist. Die SPD ist für eine Reform, verzichtete aber aus Rücksicht auf die große Koalition auf ihren Reformvorstoß. Die Bundesregierung soll nun einen Vorschlag vorlegen.

Die CSU warf Högl nach ihrem Tweet eine "ungeheuerliche Entgleisung" vor. CSU-Generalsekretär Markus Blume sagte der "Süddeutschen Zeitung", Högl seien "da wohl alle Sicherungen durchgebrannt: Nicht der Schutz des Lebens ist widerlich, sondern die Äußerung von Frau Högl". Die CSU bekenne sich "zum Schutz des menschlichen Lebens und zum Schutz der Menschenwürde, gerade in Grenzsituationen".

Högl selbst löschte den Tweet. "Ich habe heute einen sehr emotionalen Tweet gelöscht, dessen Aussage ich damit zurücknehme. Es liegt mir fern mit pauschalen Zuweisungen Einzelne persönlich zu beleidigen", schrieb sie auf Twitter. Es störe sie, dass die Diskussion um den Paragrafen 219a instrumentalisiert werde. "Dabei wird unser ehrlicher Einsatz, Rechtssicherheit für Ärztinnen herzustellen, zu Unrecht diskreditiert." Sie wolle sich weiter für eine gute Lösung einsetzen.

Die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer reagierte ebenfalls. "Es ist absolut notwendig, dass Sie den Tweet gelöscht und die damit verbundene Aussage zurückgenommen haben. Es gibt Aussagen, die keine Emotion rechtfertigt. Leben zu schützen ist nicht "widerlich" sondern muss oberstes Ziel aller Demokraten sein auch in der SPD", schrieb sie auf Twitter.

(felt)
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