Pro-Bahn-Chef Karl-Peter Naumann: Abkehr von "Stuttgart 21" möglich

Pro-Bahn-Chef Karl-Peter Naumann : Abkehr von "Stuttgart 21" möglich

Berlin (RPO). Angesichts der anhaltenden Proteste hält der Chef des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, eine Abkehr vom umstrittenen Bahnprojekt "Stuttgart 21" für möglich. "Die Politiker und die Bahn haben sicherlich nicht mit so viel Widerstand gerechnet", sagte Naumann.

Die CDU in Baden-Württemberg habe "aufgrund ihrer schwindenden Mehrheiten jetzt wirklich Angst, die nächste Wahl zu verlieren". Dies könne dazu führen, dass anstelle des Projekts "Stuttgart 21" auf Planungen zur Modernisierung des Kopfbahnhofs zurückgegriffen werde.

Eine solche Lösung sei vor allem "im Interesse vieler Fahrgäste", sagte Naumann der "Berliner Zeitung". Verkehrlich bringe der Bahnhofsneubau in Stuttgart "überhaupt nichts, außer die Anbindung der Messe an den Fernverkehr". Allerdings sei Stuttgart kein international bedeutender Messestandort. Pro Bahn fordere deshalb eine Sanierung des bestehenden Kopfbahnhofs in Stuttgart. "Das reicht, man braucht keinen unterirdischen Milliardenbau."

"Stuttgart 21" gilt als aktuell größtes Infrastrukturprojekt in Europa. Der bisherige Stuttgarter Kopfbahnhof soll durch eine Verlegung in den Untergrund zu einer Durchgangsstation gemacht werden, außerdem soll in Richtung Ulm eine Schnellbahnverbindung entstehen. Die Gegner kritisieren die Kosten, ökologische Folgen und angebliche Sicherheitsgefahren durch das Bauprojekt. An dem Bahnhof kommt es immer wieder zu Protestaktionen und Demonstrationen.

(AFP/nbe)
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