Waffenregister: 500 Waffenscheine pro Tag im Januar

Waffenregister: 500 Waffenscheine pro Tag im Januar

Nach den Übergriffen in der Silvesternacht sind Gas- und Signalwaffen gefragt.

Die Bürger in Deutschland rüsten auf. Allein im Januar wurden bundesweit 15.504 sogenannte kleine Waffenscheine zusätzlich registriert, also rund 500 pro Tag. Insgesamt sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums mittlerweile 485.000 solcher Lizenzen im Nationalen Waffenregister gelistet. Vor einem Jahr waren es noch 301.000, das entspricht einer Zunahme von 62 Prozent.

Seit den Übergriffen auf Frauen in der Kölner Silvesternacht vom 31. Dezember 2015 ist die Nachfrage sprunghaft gestiegen. In den Jahren 2013 und 2014 wuchs die Zahl der kleinen Waffenscheine jeweils nur um fünf Prozent. Experten führen das auf ein gesunkenes allgemeines Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zurück.

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Der kleine Waffenschein erlaubt es dem Besitzer, Gas-, Schreckschuss- oder Signalwaffen verdeckt zu führen. Dazu gehören beispielsweise Pistolen oder Revolver, die beim Abfeuern der Munition Reizgas verschießen. Außer in Notwehrsituationen dürfen die Waffen in der Öffentlichkeit nicht eingesetzt werden, das Führen ist bei Veranstaltungen oder Demonstrationen nicht erlaubt. Voraussetzung für den kleinen Waffenschein sind die körperliche und geistige Eignung, die Abwesenheit von Drogen- oder Alkoholsucht sowie die fachgerechte Aufbewahrung der Waffen.

Sicherheitsexperten warnen davor, sich durch den Erwerb eines kleinen Waffenscheins und entsprechender Gas- oder Signalwaffen in Sicherheit zu wiegen. "Das ist nur eine Scheinsicherheit", sagte Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, unserer Redaktion. "In Wahrheit wächst das Risiko für Leib und Leben, weil sich viele Menschen mit einer solchen Waffe kaum mehr gefahrenbewusst verhalten und leichtsinniger werden."

(jd)
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