Neue Pflegegrade: 175.000 mehr Menschen als Erstpflegebedürftige eingestuft

Neue Pflegegrade : 175.000 mehr Menschen als Erstpflegebedürftige eingestuft

Die Zahl der Menschen, die Geld oder Sachleistungen von der Pflegeversicherung erhalten, ist seit Jahresbeginn sprunghaft gestiegen. 432.000 Versicherten wurden von Januar bis Juli dieses Jahres erstmals Hilfen in einem der fünf neuen Pflegegrade zugesprochen.

Während bis Ende vergangenen Jahres drei Pflegestufen galten, gibt es künftig fünf Pflegegrade. Auch für viele bereits Pflegebedürftige lief die Reform auf eine Besserstellung hinaus. Insbesondere Menschen mit einer Demenz-Erkrankung erhalten zusätzliche Leistungen. Zugleich ist die Schwelle gesunken, um eine Anerkennung der Pflegebedürftigkeit zu bekommen.

Bereits nach dem ersten Quartal 2017 zog der MDK eine positive Bilanz: Demnach ist für den Dienst der Krankenkassen das Auftragsvolumen um gut 30 Prozent gestiegen. Von den Menschen, die begutachtet werden, erhalten 80 Prozent einen der fünf neuen Pflegegrade.

Die neuen Leistungen sind Teil der Pflegereform der großen Koalition. Verglichen mit dem Beginn der Wahlperiode, fließen durch die zweifache Beitragserhöhung jährlich rund fünf Milliarden Euro zusätzlich ins System. Rund vier Milliarden Euro kommen den Pflegebedürftigen direkt zugute. Eine weitere Milliarde geht in einen Fonds, dessen Mittel für die Versorgung der sogenannten Babyboomer-Generation ab 2036 zur Verfügung stehen sollen.

Obwohl sich die Versorgung der Pflegebedürftigen damit verbessert hat, fehlt es weiterhin vor allem an Fachpersonal, das die Pflegebedürftigen versorgt - sowohl bei ambulanten Pflegediensten als auch in den Heimen. Aktuell leben in Deutschland etwa 2,9 Millionen Pflegebedürftige. Die Hauptlast tragen Angehörige: Mehr als zwei Millionen werden zu Hause versorgt.

(qua)
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