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149 Tote durch häusliche Gewalt - Giffey fordert besseren Schutz

149 Tote durch häusliche Gewalt : Bundesfamilienministerin Giffey fordert besseren Schutz

Die Zahlen von Fällen häuslicher Gewalt steigen seit Jahren an. In Lockdown-Zeiten haben sie vermutlich noch weiter zugenommen. Wichtig sei daher vor allem eines: effektive Hilfe.

Angesichts der Corona-Pandemie dringt Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) auf einen besseren Schutz vor häuslicher Gewalt. "Ein bundesgesetzlicher Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung eignet sich am besten, damit jede gewaltbetroffene Person, insbesondere Frauen mit ihren Kindern, schnell und unbürokratisch Schutz vor Gewalt und Zugang zu Beratung erhält", sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Dadurch könne bundesweit ein einheitlicher Rahmen für den Zugang zu Unterstützung für alle Betroffenen geschaffen werden. Damit dies gelinge, müsse die Finanzierung des Hilfesystems auf eine sichere Basis gestellt werden, so die Ministerin. Bund, Länder und Kommunen seien hier gemeinsam in der Verantwortung.

Die letzten Wochen und Monate hätten deutlich gemacht, "welch große Bedeutung der Zugang zum Frauenunterstützungssystem hat, um gewaltbetroffenen Frauen und deren Kindern auch in Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie schnell, unbürokratisch und zuverlässig Schutz und Beratung zukommen zu lassen", sagte Giffey. Frauen, die zu Hause Gewalt erfahren, brauchten Rettungsanker wie das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" oder einen sicheren Zufluchtsort.

"Mir ist es deshalb sehr wichtig, dass die bestehenden Hilfsangebote auch unter den Bedingungen der Covid-19-Situation erhalten bleiben und verbessert werden", sagte Giffey. Am Dienstag stellt sie zusammen mit dem Präsidenten des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, die neue Kriminalstatistik zur Partnerschaftsgewalt vor.

Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf die Statistik berichten, kamen im vergangenen Jahr 149 Menschen bei häuslicher Gewalt zu Tode, davon 117 Frauen und 32 Männer.

Insgesamt stieg die Zahl der Opfer häuslicher Gewalt 2019 weiter an. Sie lag bei 141.792, über 1.000 mehr als im Vorjahr. Damals waren es 140.755 gewesen. 2015 lag die Gesamtzahl noch bei 127.457.

(june/kna)